Sonntag, 3. August 2014

Rezension: Das Labyrinth ist ohne Gnade von Rainer Wekwerth

Das Labyrinth ist ohne Gnade
 
Autor: Rainer Wekwerth
erschienen Juli 2014
Verlag: Arena
ISBN:  978-3-401-06790-2

 
 
© Arena 
Erwartungen erfüllt!

Das Labyrinth ist ohne Gnade ist der dritte und damit abschließende Band von Rainer Wekwerths Reihe. Inhaltliche Spoiler in Bezug auf die Vorgänger sind daher vorhanden.

Einst waren es sieben Jugendliche, die ohne Gedächtnis im Labyrinth erwachten, nun sind noch drei von ihnen übrig, denen die letzten zwei Welten bevorstehen. Die drei müssen sich ein letztes Mal ihren Ängsten stellen und bis ans Ende ihrer Kräfte gehen, um die letzten Tore zu erreichen. Wer wird überleben?

Endlich ist er da, der lang ersehnte Abschlussband - die Erwartungen an das Finale waren natürlich wieder hoch.
Wie in der Regel bei allen Reihen ist das Lesen ohne Vorkenntnisse nicht unbedingt empfehlenswert – hier besonders, da dasLabyrinth erwacht und Das Labyrinth jagt dich so voller Spannung und Dramatik waren, dass man während des Lesens manchmal kaum zum Atmen kam. Außerdem bauen die Bücher natürlich aufeinander auf, die Figuren entwickeln sich deutlich weiter und erfahren immer mehr über sich selbst, während es immer weniger Charaktere werden.

Die Handlung setzt nahtlos an den Vorgänger an, die kurze Wiederholung des Epilogs von Band 2 aus anderen Perspektiven bringt noch mal einige neue Informationen, sorgt aber vor allem dafür, dass man sofort wieder in das Geschehen hineinfindet.
Die Geschichte ist von Beginn an wieder sehr spannend. Die neue Welt bringt neue Gefahren und konfrontiert die drei Übriggebliebenen mit neuen Erinnerungen.
Dramatik, Emotionen und einige Überraschungen – der Abschlussband fügt sich perfekt an die Vorgänger an.
Auch was den Schreibstil betrifft, hält Rainer Wekwerth das bereits bekannte hohe Niveau. Abwechselnd wird die Handlung in der personalen Sicht der Figuren geschildert, sodass man immer wieder sehr intensive Einblicke in ihre Gefühls- und Erinnerungswelt bekommt und zudem ein umfassendes Bild des Geschehens entsteht. Der flüssige, bildhafte Schreibstil hilft, sich die fremden Welten gut vorstellen zu können.

Dabei muss ich zugeben, dass ich vor allem der Auflösung entgegengefiebert habe, was es mit dem Labyrinth nun überhaupt auf sich hat. Bis zum Schluss ist nicht vorhersehbar, was nach dem letzten Tor kommt, sodass die Erklärung überraschend und passend zugleich ist.

Die Labyrinth-Trilogie ist eine Buchreihe, die man, wenn man die Chance dazu hat, im Ganzen verschlingen sollte. Die Bände bauen logisch aufeinander auf, die Figuren machen aufgrund der Ereignisse eine spürbare Entwicklung durch und wachsen teilweise über sich hinaus. Ein Band ist spannender als das nächste, die Figuren geraten in viele gefährliche und dramatische Situationen und jede Welt zieht einen Abschied nach sich, der mal mehr, mal weniger emotional ausfällt.
Und über allem schwebt die ganze Zeit das Rätsel: Was ist es eigentlich, das Labyrinth?

Nun kann man als Leser fast etwas wehmütig werden, dass die lange Reise mit den liebgewonnen Protagonisten vorbei ist, vor allem, weil das Ende schon etwas fies – sprich, sehr offen – ist.

Ein perfekter Abschlussband, der eine tolle Reihe krönt. Auch dem letzten Band fehlt es weder an Spannung noch an Dramatik und die Auflösung ist sehr schlüssig. Das offene Ende sorgt dafür, dass das Labyrinth den Leser auch nach dem Abschluss der Trilogie nie ganz loslassen wird...
 
 

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