Sonntag, 13. Juli 2014

Rezension: Glenlyon Manor von Gabriele Diechler

  Glenlyon Manor.
  Das Geheimnis der Princess Helena School
Autor: Gabriele Diechler
erschienen April 2014
ISBN: 978-3-646-60013-1
© Carlsen/ Impress

toller Einstieg, überstürztes Ende


Nachdem in ihrer Münchner Schule festgestellt wird, dass die 16-jährige Aoki hochbegabt ist, wechselt sie nach Schottland an die Princess Helena School für überdurchschnittlich intelligente Schüler. Die Schule befindet sich im berühmten Landsitz Glenlyon Manor, auch romantic house genannt. Maria Stuart soll hier einst romantische Stunden verbracht haben, nicht nur mit ihrem Ehemann. Auch für Aoki bahnt sich eine Liebesgeschichte an, bis sie plötzlich beginnt, Dinge zu sehen, die gar nicht da sein dürften…

"Glenlyon Manor. Das Geheimnis der Princess Helena School" von Gabriele Diechler vereint jugendliche Romanze, Geistergeschichte und historischen Kontext.
Im Verlauf des Buches lernt Aiko und damit auch der Leser etwas über die Lebensumstände von Maria Stuart und ihrem Sohn Jakob, wobei sich – wie die Autorin auch in der Danksagung angibt – historische Fakten mit Fiktion mischen, um die Geschichte von Maria, Jakob und Aoki spannend zu gestalten. Die Exkurse in die Geschichte sind gut in die Haupthandlung eingebunden und interessant gestaltet – Vorwissen ist nicht notwendig, da die Zusammenhänge und Hintergründe für das sich darstellende Szenario im Buch gegeben werden.

Der Schreibstil hat es mir etwas erschwert, mich in die Geschichte einzufinden. Er ist nicht so leichtgängig und flüssig wie man es von einem Jugendbuch erwarten würde. Gerade da aus der Ich-Perspektive der Jugendlichen Aoki erzählt wird, wirkt die Sprache stellenweise zu umständlich und schwülstig für einen Teenager. 

Die Handlung dagegen konnte mich direkt packen. Ein sehr mysteriöser Prolog leitet die Geschichte ein und wirft bereits die ersten Fragen auf, bevor man Aoki näher kennenlernt, die mit ihrem Umzug auf die neue Schule vor unerwartete Abenteuer gestellt wird. Die rätselhaften Begebenheiten sind spannend zu verfolgen, da sie sich nur Stückchenweise aufklären.

Leider wird das Geschehen in der Mitte des Buches etwas in die Länge gezogen, ohne dass wirklich viel Neues passiert. Das Ende kommt dann viel zu plötzlich – was vorher seitenlang Schwierigkeiten bereitet hat, lässt sich in wenigen Minuten klären. Für mich wurde es zu schnell abgearbeitet und ging dann auch zu einfach. Zudem bleiben zum Schluss einige Fragen offen.

Die Grundidee und die Kombination mit den geschichtlichen Fakten hat mir gut gefallen. Auch die Geschichte an sich ist zunächst sehr packend. Leider lässt die Spannung im Mittelteil etwas nach, bevor das Buch mit einer viel zu plötzlichen Auflösung endet.

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