Dienstag, 10. Juni 2014

Rezension: Spiel der Zukunft (Zeitrausch 2) von Kim Kestner


  Die Zeitrausch-Trilogie,   
  Band 2: Spiel der Zukunft   
  Autor: Kim Kestner   
  erschienen Juni 2014   
  Verlag: Carlsen/ Impress   
  ISBN: 978-3-646-60059-9   

Interview mit Kim Kestner
© Carlsen/ Impress

deine Zukunft liegt in deiner Vergangenheit.... spannende Zeitreise geht weiter

Bei Spiel der Zukunft handelt es sich um den zweiten Teil der Zeitrausch-Trilogie, sodass inhaltliche Spoiler zum ersten Band vorhanden sein können.

Durch Kay wusste Alison, dass Top the Realities sie in zwei Jahren ein weiteres Mal holen wird, um Bestandteil der Show zu sein. Daher trainiert sie ununterbrochen und bereitet sich auf das Überleben in der Wildnis ohne technische Hilfsmittel vor. Doch als es dann soweit ist, kommt alles anders, als Alison es sich vorgestellt hat. Aber ihr Training war nicht umsonst, denn ein Überlebenskampf wird es trotzdem...

Spiel der Zukunft setzt relativ nahtlos an die Ereignisse des Vorgängerbandes an. Nach ihrer Rückkehr und der Begegnung mit Kay trainiert Alison ununterbrochen. Schnell zeigt sich, wie sehr sie sich zu verändern beginnt. Diese Weiterentwicklung wird über das komplette Buch fortgesetzt. Durch die Ich-Perspektive kann der Leser an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben, auch wenn dadurch manchmal ein eingeschränktes Bild der Gesamtsituation entsteht.
Trotzdem wird auch Kays Entwicklung in diesem Band sehr greifbar. Gab es in Spiel der Vergangenheit noch einige Fragen in Bezug auf seine Erlebnisse, erhält Alison und damit auch der Leser hier nun viele Antworten, die erklären, warum Kay geworden ist, wie er sich im ersten Band präsentiert.

Kim Kestner gelingt es, sämtliche Zeiten für den Leser greifbar zu machen. Mit einem detaillierten, flüssigen Schreibstil werden sowohl Vergangenheit als auch Gegenwart und Zukunft bildhaft dargestellt. Besonders spannend sind dabei natürlich die technischen Entwicklungen des Jahres 2400, die auch Alison hin und wieder vor ein Rätsel stellen.

Zeitsprünge und verschiedene Realitäten verlangen auch diesmal wieder vom Leser volle Konzentration und ein wenig eigenes Mitdenken. Als zusätzliche Hilfe sortiert aber auch Alison die verschiedenen Zeitebenen in Gedanken – dabei gibt sie nicht nur Rückblicke auf die Handlung des Vorgängerbandes, sondern ordnet auch das aktuelle Geschehen für sich und den Leser, damit es leichter wird, den Überblicke über alle Realitäten zu behalten. Darüber hinaus gibt es zahlreiche anschauliche Beispiele, die zum Verständnis beitragen.

Wer erwartet, dass die Handlung einem ähnlichen Schema folgt wie Spiel der Vergangenheit, wird enttäuscht werden. Die Geschichte ist durchweg spannend, weil nichts so kommt, wie Alison es geglaubt hat. Sie muss viele Abenteuer überstehen und Prüfungen bewältigen, bevor sie scheinbar bekommt, was sie sich gewünscht hat. Dabei gibt es einige actionreiche, blutige Szenen, aber auch die Romantik kommt nicht zu kurz.

Spiel der Zukunft ist anders als sein Vorgänger und das ist auch gut so. Überraschende Wendungen und unerwartete Geschehnisse sorgen für eine konstante Spannung und bilden die Grundlage für neue Abenteuer liebgewonnener Charaktere.
Manchmal raucht einem beim Lesen ein wenig der Kopf, aber insgesamt gelingt es Kestner gut, dem Leser mit anschaulichen Beispielen durch die Viele-Welten-Theorie zu führen. Dabei hilft es, dass auch Alison dies alles noch begreifen muss und daher immer wieder für sich selbst erklärt und ordnet. Auch wenn diese Passagen etwas das Tempo aus der Geschichte nehmen, sie tragen letztlich doch entscheidend um Verständnis bei.


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