Dienstag, 10. Juni 2014

Rezension: Michelle Natascha Weber - Feenblut


(c) Michelle Natascha Weber 
  Feenblut
  Autor: Michelle Natascha
            Weber
  erschienen Mai 2014
  Kindle Direct Publishing
  ISBN: 1499516398

die geheimnisvolle Kraft des Feenblutes


Viola ist eine junge Adelige, die am Hof einigen Personen ein Dorn im Auge ist. Ihr Ruf eilt ihr voraus, teilweise wird sie verachtet, teilweise verspottet oder einfach ignoriert, doch dem König ist sie eine angenehme Gesellschaft und so genießt sie weiterhin alle Vorteile und Annehmlichkeiten, die ihr durch ihre Verwandtschaftsbeziehung zustehen. Doch Viola trägt ein Geheimnis mit sich herum, das ihr gesamtes Leben verändern könnte: sie ist ein Feenblut. Als Viola beginnt, Stimmen zu hören und eine fremde Frau im Spiegel zu sehen, zweifelt sie an ihrem Verstand. Oder ist einfach nur das magische Blut in ihr erwacht?


Zunächst musste ich mich mit der teilweise etwas altertümlichen Sprache anfreunden, danach hat sich das Buch dann allerdings sehr angenehm und flüssig lesen lassen. Die Ausdruckweise ist der mittelalterlichen Zeit angepasst, in der man in unserer Welt wohl gelandet wäre, wenn man nach ähnlichen technischen Ausstattungen, den Lebensverhältnissen und solchen Dingen suchen würde. Durch detaillierte Beschreibungen der Umgebung, kann man sich Violas Welt sehr gut vorstellen. Auch die beteiligten Personen werden sehr bildhaft dargestellt, so dass man neben den präsentierten Charaktereigenschaften auch ein anschauliches Bild des Aussehens erhält.

Viola ist ein Charakter mit Ecken und Kanten, was mir gut gefällt. Sie macht nicht immer, was man von ihr verlangt, trotzdem weiß sie, wo die Grenzen sind und welche Dinge sie in der Öffentlichkeit vermeiden sollte. Als sie nach und nach in eine magische Welt eintaucht, die ihr bisher unbekannt war, lernt sie viel über sich selbst, über ihre Herkunft und über die Auseinandersetzungen zwischen Fey und Menschen. Sie muss Herausforderungen meistern und Probleme bewältigen, ohne alle Hintergründe zu kennen und zu verstehen. Erst Stück für Stück lichtet sich der Nebel für die junge Frau und für den Leser. Für mich war es sehr angenehm, die Zusammenhänge nach und nach präsentiert zu bekommen. So gab es keine langatmigen Rückblenden oder komplizierte Geschichtsausflüge, die verwirrt oder die Spannung genommen hätten. Gut eingebunden in Gespräche oder Erinnerungen der einzelnen Personen, kann man mit der Zeit die Geschehnisse der Vergangenheit verknüpfen und die Auswirkungen auf die Gegenwart verstehen.
Neben Viola ist auch Benneit eine sehr interessante Person. Er wirkt zunächst eher düster, sehr geheimnisvoll und besonders die Fey vermeiden seine Nähe, da sie seine Bedrohung spüren. Viola und ihn scheint jedoch ein magisches Band zu vereinen, das sie beide nicht so recht verstehen. Die Annäherung zwischen den beiden schafft zwischen den oft temporeichen, dramatischen und spannenden Szenen, Raum für ruhigere und gefühlvolle Momente.

Der Er-Erzähler macht es möglich, die Perspektiven im Verlauf der Geschichte zu wechseln. So erfährt der Leser etwas von den Ereignissen an unterschiedlichen Orten und über die Eindrücke von verschiedenen Personen. Die Handlung wird dadurch sehr komplex und man hat gegenüber den Figuren häufig einen Wissensvorsprung. Besonders schön ist der Hauch von Magie im Buch, der im Verlauf der Geschichte immer mehr zunimmt.  Während die Kraft des Feenblutes zu Beginn kaum eine Rolle spielt, dreht sich, einmal im Reich der Fey angelangt, sehr viel darum und es wird immer wichtiger, seine Fähigkeiten zu beherrschen.
Die Kombination aus Gefühl, Aktion, Dramatik und Spannung sorgt für eine schöne Dynamik im Buch. Überraschende Wendungen und unerwartete Verbündete treiben die Handlung voran und lassen den Leser besonders gegen Ende der Geschichte kaum zur Ruhe kommen. Die Ereignisse spitzen sich zu, viel steht auf dem Spiel und bis ganz zum Schluss ist nicht klar, welchen Ausgang das Ganze nehmen wird.

„Feenblut“ nimmt einen mit auf eine magische Reise in ein fremdes Land, in dem es viel zu entdecken gibt. Zwischen Streit, Kämpfen, Intrigen und Machtiger bleibt noch ausreichend Zeit für Familienzusammenführung, Liebe und ein bisschen Glück – eine Kombination die das Buch sehr interessant macht.




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