Samstag, 28. Juni 2014

Rezension: Joachim Gneist - Einmal Koma und zurück

©  Wiesenburg 
  Einmal Koma und zurück 
   Autor: Joachim Gneist
  erschienen Dezember 2013
  Verlag: Wiesenburg
  ISBN: 978-3-943528-96-1

ernstes, interessantes Thema - konnte mich aber leider nicht so packen


Ein junger Mann wird mitten aus dem Leben gerissen. Eine Sekunde der Unachtsamkeit reicht aus und alles kann sich verändern. Nach dem Zusammenstoß mit einem Bus liegt Maurice im Koma, Ärzte und Schwestern kämpfen um ihn, Freunde und Bekannte stehen ihm bei, so gut sie es können und doch ist lange ungewiss, wie es weitergehen wird. Umnebelt vom Koma und der postkomatösen Situation erlebt der Leser manch wirren Gedankengang auf dem Weg zurück ins Glück.


Das Thema ist sehr interessant und besonders durch meinen Beruf als Krankenschwester hatte ich einige Erwartungen an dieses Buch. Ich hätte mir einen doch eher medizinisch angehauchten Blick auf einen Koma-Patienten gewünscht, der seine Erfahrungen und Erlebnisse schildert, verbunden mit den Gedanken und Gefühlen vom Krankenhauspersonal, den Angehörigen und Freunden. Leider wurden diese Erwartungen nicht so richtig erfüllt. Der medizinische Aspekt kam für mich persönlich doch recht kurz, was an sich zwar nicht schlimm ist, da es für Leser, die nicht in dem Bereich arbeiten so auf jeden Fall verständlicher war, für mich aber schade war.

Die Gedankengänge von Maurice sind oft wirr, nicht ganz zu fassen, treiben von einer Erinnerung zur nächsten und vermischen Realität und Fantasie. Was in einem Komapatienten vorgeht, kann man von außen vermutlich nur schlecht erfassen, deswegen waren diese Einblicke spannend und neu.
So ganz packen konnte mich die Geschichte allerdings dennoch nicht. Thematisch spricht mich die Handlung des Buches an, Maurice Weg zurück in ein halbwegs normales Leben zu begleiten, die Schwierigkeiten, die sich auftun mit zu verfolgen und sich über kleine Fortschritte für ihn zu freuen, gefällt mir gut. Der Schreibstil konnte mich jedoch nicht so ganz einfangen. Einige Passagen waren mir zu philosophisch und nicht greifbar genug, wodurch Teile des Geschehens für mich auf der Strecke geblieben sind.
Die bayerische Mundart, die in einigen Szenen mit eingebaut ist, bringt zwar Abwechslung in das Buch, da ich als Norddeutsche jedoch nur die Hälfte davon verstehe und es auch keine kurze Zusammenfassung oder Übersetzung gibt, sind einige Gesprächspassagen für mich unklar geblieben.

Insgesamt gefallen mir das Thema und die Herangehensweise mit der Darstellung von verschiedenen Sichtweisen der Personen, die mit dem Komapatienten in Verbindung stehen. Leider konnte mich der Schreibstil nicht so ganz einfangen und mitnehmen auf der Reise durch den Komanebel.
   


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