Dienstag, 3. Juni 2014

Rezension: Getrieben. Durch ewige Nacht von Veronica Rossi

  Getrieben.
  Durch ewige Nacht
  Autor: Veronica Rossi
  erschienen Mai 2013
  Verlag: Oetinger
  ISBN: 978-3-7891-4621-3
© Oetinger

es geht so spannend weiter, wie es aufgehört hat

Es handelt sich um den zweiten Band einer Trilogie, daher sind inhaltliche Spoiler zum Vorgänger möglich.

Um Perrys Neffen Talon und ihre noch in der Biosphäre lebenden Freunde zu retten, macht sich Aria auf die Suche nach der Blauen Stille, dem sagenumwobenen Ort, an dem kein Äther wüten soll. Unterwegs wird sie von Perry abgefangen und zu seinem Stamm mitgenommen, von wo aus sie gemeinsam aufbreche wollen, sobald der Frühling anbricht. Sie versuchen zwar, ihre Gefühle füreinander zu verbergen, aber trotzdem schlägt Aria viel Hass entgegen. Als sie das Gefühl bekommt, ihre Anwesenheit würde Perrys Führungsrolle gefährden, verlässt sie das Dorf. Sowohl Perry als auch Aria steht ein harter Kampf bevor.

Das Handlung setzt nahtlos am Vorgängerband an. Die letzte Szene, die bereits aus Arias Sicht angedeutet wurde, wird nun noch einmal aus Perrys Perspektive geschildert und die Handlung damit wieder aufgenommen.

Da ich Band 1 direkt einen Tag vorher ausgelesen habe, brauchte ich keine inhaltliche Auffrischung und war daher froh, dass nicht allzu viel allzu ausführlich wieder aufgegriffen wurde. Hier und da gibt es kleine Rückblicke in Form von Erinnerungen und Gesprächen, insgesamt wäre es aber vermutlich schwer, sämtliche Zusammenhänge zu verstehen, wenn man den Vorgänger nicht kennt – schon allein, weil das Vorwissen über die gegensätzliche Herkunft und das langsame Zueinanderfinden fehlt und auch über die Rückblenden nicht so intensiv nachfühlbar wird.

Die wechselnde Erzählperspektive wird beibehalten, wobei dadurch – da Aria und Perry lange Zeit nicht zusammen reisen – die Handlung an verschiedenen Orten geschildert werden kann.

Etliche bereits bekannte Figuren kommen wieder vor und zeigen neue Facetten ihrer vielseitigen Persönlichkeit. Darüber hinaus kommen neue Figuren hinzu und vorherige Nebenfiguren erhalten eine größere Rolle, sodass wieder eine konfliktgeladene Mischung entsteht. Dabei kommt es zu einigen Überraschungen, weil Figuren sich anders verhalten, als sie es bisher taten oder man von ihnen erwartet.

Die Handlung ist durchweg spannend. Aria und Perry stehen unter großem Druck, ihr gesetztes Ziel zu erreichen, was die Dramatik der ereignisreichen Geschichte weiter steigert.
Rossi kann erneut mit einer guten Mischung aus Action, Gefühl und unerwarteten Wendungen überzeugen und den Leser dadurch an das Buch fesseln.

Das Buchende ist auch hier sehr offen und lässt noch einige Fragen für das Finale übrig.

Getrieben steht dem Vorgänger in nichts nach: spannende, konfliktreiche Handlung, sympathische, sich entwickelnde Charaktere, bildhafter Schreibstil. Eine tolle Fortsetzung, die einen wieder gefangen nimmt und gemeinsam mit Aria und Perry auf Abenteuerreise gehen lässt.


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