Samstag, 31. Mai 2014

Rezension: The Weepers. Wenn die Nacht Augen hat von Susanne Winnacker

The Weepers.
Wenn die Nacht Augen hat. Band 2
Autor: Susanne Winnacker
erschienen März 2014
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-641-11265-3 
© Heyne 

Schwächer als der erste Band – weniger Spannung, nervende Charaktere

Bei Wenn die Nacht Augen hat handelt es sich um den zweiten, abschließenden Band der Weepers-Reihe von Susanne Winnacker. Inhaltliche Spoiler zum Vorgänger sind daher möglich.

Ihr Domizil ist nach mehreren Weeper Angriffen nicht mehr sicher und die Gruppe um die 15-jährige Sherry muss sich einen neuen Zufluchtsort suchen. Da ihr Vater nach der Entführung der Weeper immer noch krank ist, verzögert sich der Aufbruch, bis Sherry begreifen muss, dass ihr Vater mit Tollwut infiziert ist. Sie ist bereit, ihr Leben zu riskieren, um den Gerüchten von einem Heilmittel nachzujagen...

Die Geschichte setzt relativ nahtlos an die vorherigen Ereignisse an, wobei die Lektüre des ersten Bandes für mich schon etwas zurücklag und ich dadurch etwas Schwierigkeiten hatte, mir wieder alle Details in Erinnerung zu rufen. Allzu ausführliche Rückblicke gibt es zu Beginn nämlich nicht, es werden über das ganze Buch hinweg aber immer wieder einige Erinnerungen eingestreut und letztlich findet man auch in den wichtigsten Punkten den Anschluss.

Die Ich-Perspektive von Sherry bleibt erhalten, was in der insgesamt sehr ereignisreichen Welt, in der sich Sherry bewegt, bedeutet, dass man eine recht eingeschränkt Perspektive hat. Gern wüsste man manchmal, was sich gerade an anderen Orten abspielt und was die zurückgelassenen Figuren erleben oder durchmachen.
Die aktuelle Handlung wird immer wieder durchmischt mit Erinnerungen, teilweise an die Zeit vor der Tollwut, aber es gibt auch Einblicke in das Leben im Bunker und einige Szenen aus dem alten Save-Haven.

Obwohl die Geschichte durchaus spannend ist, konnte mich dieser zweite Band nicht so richtig fesseln. Es gibt sehr wenige überraschende Wendungen, stattdessen treten viele erwartete Ereignisse ein.
Dabei stört mich am meisten, dass zwei Teenager (die teilweise mit ihren Beziehungsproblemen anfangen zu nerven) gegen zig mächtige Weeper kämpfen, als wären sie selbst unverwundbar. Zwar gibt es insgesamt an allen Fronten etliche Verluste, aber die zwei erscheinen mir oft zu übermächtig für das, was ihnen entgegentritt, auch wenn sie nicht völlig verletzungsfrei aus den Kämpfen gelangen.

Das Ende ist so, dass es für sich stehen bleiben kann. Die wichtigsten Fragen sind geklärt, die Zukunft des zerrütteten Landes ist offen, wobei die weichen für die Zukunft neu gestellt sind.

Leider nicht so gut wie Band 1, die eigentlich vorhandene Spannung kommt nicht so richtig rüber und Sherry und Joshua verlieren Sympathiepunkte: entweder legen sie gerade mal wieder ihr trotzig-naives Verhalten an den Tag und streiten, oder sie besiegen im Alleingang eine Übermacht. Irgendwie passt das nicht zueinander und die Authentizität geht verloren...

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