Samstag, 17. Mai 2014

Rezension: Kissing more von Katrin Bongard

 Kissing more
 Autor: Katrin Bongard
 erschienen April 2014
 Verlag: Red Bug Books
 ISBN: 9783943799590
© Red Bug Books

tiefe Gefühle und sympathische Charaktere, bei denen man am liebsten selbst nachhelfen möchte

Bei Kissing more handelt es sich um den zweiten Teil der Kissing-Reihe, daher sind inhaltliche Spoiler möglich.

Emmy und Noah hatten eine kurze, aber intensive Beziehung, bis Emmy sich getrennt hat. Obwohl beide noch merklich Gefühle für den anderen haben, beschließen sie, Freunde zu bleiben. Aber kann eine Freundschaft funktionieren? Und können sie die Geheimnisse ihrer Vergangenheit ablegen, die sie immer wieder dazu bringen, sich voreinander zu verschließen?

Kissing more setzt nahtlos an den Vorgänger Kissing an. Wer diesen nicht kennt, wird sicherlich Schwierigkeiten haben, sich in die Geschichte hineinzufinden und zu verstehen, was die verschiedenen Charaktere miteinander verbindet.

Geblieben ist der flüssige, gefühlsbetonte und bildhafte Schreibstil der Autorin Katrin Bongard.
Neu ist, dass nun nicht mehr nur Emmy die Geschehnisse aus der Ich-Perspektive schildert, sondern dass es einen Wechsel zwischen Emmy und Noah gibt, sodass man Einblicke in das Gefühlsleben beider Beteiligter erhält. Besonders spannend ist, dass manche Ereignisse überlappend erzählt werden, also man einige Situationen sowohl aus Emmys als auch aus Noahs Sicht erfährt.

Die Charaktere sind erneut sehr facettenreich ausgearbeitet und legen größtenteils ein nachvollziehbares, authentisches Verhalten an den Tag. Besonders sympathisch ist mir in diesem Band Kolja geworden. In Kissing hat die Clique um Emmy nicht die beste Meinung von ihn, nun entwickelt er sich zu einem echten Freund und sorgt damit gleichzeitig für Abwechslung in dem festen Freundeskreis.

Die Handlung ist spannend zu verfolgen. Noah und Emmy stehen sich vor allem selbst im Weg. Immer wieder hat man das Bedürfnis, die beiden wachzurütteln. Das ist es aber auch, was das Buch ausmacht: das man wirklich mitfühlen und mitleiden kann und somit beinahe Teil der Story wird.

Das Ende ist... tja. Eigentlich sollte die Reihe mit diesem zweiten Band abgeschlossen sein. Das Ende ist schön und passend für das Buch, aber es sind schon noch einige Fragen offen. Eine Fortsetzung mit neuen Protagonisten und Emmy und Noah in der Nebenrollen wäre auf jeden Fall denkbar...?

Liebe, Freundschaft, Emotionen. Davon hält Kissing more wieder eine ganze Menge bereit. Aber es geht nicht nur um das Gefühlschaos, dass Emmy und Noah beieinander auslösen. Wieder spielen auch andere, ernste Themen eine Rolle – Schatten der Vergangenheit, mit denen sich Emmy und Noah intensiv auseinandersetzen müssen. Dadurch entsteht eine vielseitige Mischung, die Kissing more zu weit mehr macht, als einem einfachen Liebesroman.

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