Montag, 19. Mai 2014

Rezension: Kate Harrison - Soul Beach - Schwarzer Sand

© Loewe-Verlag
 Schwarzer Sand.
 Soul Beach. Band 2
 Autor: Kate Harrison
 erschienen März 2014
 Verlag: Loewe
 ISBN: 978-3-7855-7387-7

gelungene Fortsetzung mit viel Spannung

Da es sich um den zweiten Teil der Soul Beach Trilogie handelt, könnte es sein, dass die Rezension kleine Spoiler in Bezug auf den ersten Band enthält.


Alice hat ihre Schwester Meggie verloren und doch kann sie noch Kontakt zu ihr aufnehmen. Ein geheimnisvoller Strand dient als Treffpunkt für die Schwestern und Alice lernt dort viele verlorene Seelen kennen, die auf ihre Hilfe hoffen. Auf der Suche nach Gerechtigkeit steht Alice immer wieder vor neuen Problemen und Herausforderungen, die Lage spitzt sich zu und die Zeit drängt.


Die virtuelle Welt „Soul Beach“ und die meisten Personen sind mir bereits aus dem Auftakt der Trilogie bekannt, so habe ich mich gut und schnell im Buch zurechtgefunden. Kleine Hinweise und Rückblenden helfen zusätzlich bei der Orientierung, ohne dabei eine langatmige Zusammenfassung der Geschehnisse zu geben. Die Handlung geht gleich sehr spannend weiter, Alice steht immer wieder vor neuen Schwierigkeiten, die sie lösen muss, wenn sie ihrem Ziel näher kommen und den Mörder von Meggie finden will.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig und den handelnden Personen angepasst. Durch die Ich-Perspektive von Alice bekommt man als Leser wieder einen guten Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Sie hadert mit sich, weiß nicht mehr recht, wem sie noch vertrauen kann, stellt sich viele Fragen und grübelt mehr. Es wird schnell deutlich, dass sie zwar sehr gefangen in der virtuellen Welt ist, sie jedoch die Konzentration auch wieder zunehmend auf die reale Welt um sich herum lenkt. Sie beobachtet genauer, hinterfragt Kommentare ihrer Freunde und Bekannten und ist insgesamt viel misstrauischer – was verständlich erscheint, nach allem, was vorgefallen ist.
Die Mischung aus Strandbesuchen und Erlebnissen außerhalb der Computerwelt hat mir gut gefallen, da Alice, wenn auch nicht ganz freiwillig, mehr Zeit ohne ihren Laptop verbringt, als im ersten Buch und dadurch auch die Handlung rund rum weiter voran getrieben werden kann.
Insgesamt nimmt die Spannung im Buch nie so richtig ab, immer wieder gibt es Wendungen und neue Ereignisse, die es erfordern, schnell und zielstrebig zu handeln, sich nicht erwischen zu lassen und nicht selbst noch mehr in Gefahr zu raten.
Besonders faszinierend sind die Zwischenkapitel, in denen der Täter selbst zu Wort kommt. Man kann mit raten und spekulieren, wer hinter all dem steckt, ohne dass man wirklich schon die Auflösung präsentiert bekommt. Diese Passagen sorgen für Gänsehaut und machen sehr deutlich, wie nah der Mörder auch Alice inzwischen gekommen ist.
Viele Fragen bleiben am Ende dieses Buches offen und obwohl man das Gefühl hat, dem Mörder ein Stück näher gekommen zu sein, tappt man eigentlich doch noch ziemlich im Dunkeln. Es bleibt also noch reichlich Material für den Abschlussband und ich bin sehr neugierig, was da auf den Leser noch alles zukommen wird.

Soul Beach – Schwarzer Sand ist eine gelungene Fortsetzung, mit viel Spannung, Rätseln und reichlich unbeantworteten Fragen, die die Vorfreude auf den Abschluss erhöhen.


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