Samstag, 31. Mai 2014

Rezension: Gebannt. Unter fremdem Himmel von Veronica Rossi

  Gebannt.
  Unter fremdem Himmel
  Autor: Veronica Rossi
  erschienen März 2012
  Verlag: Oetinger
  ISBN: 978-3-7891-4620-6

© Oetinger

dystopische Zukunft voller Kontraste

Weil ihre Mutter, die für die Arbeit in eine entfernte Biospähre versetzt wurde, nicht mehr erreichbar ist, lässt sich Aria auf ein gefährliches Abenteuer ein. Zusammen mit Soren, Sohn des Konsuls, von dem sie sich Informationen über den Verbleib ihrer Mutter erhofft, dringt sie in einen zerstörten Bereich ein. Dort gerät die Situation völlig außer Kontrolle. Es ist der Außenseiter Perry, ein „Barbar“, der zur selben Zeit wie die Jugendlichen in den geschützten Bereich vorgedrungen ist, der Aria das Leben rettet. Aria wird vom Kosul aus ihrer Welt verstoßen und ausgerechnet Perry findet sie in der Wildnis. Zwei Welten prallen aufeinander, die unterschiedlicher kaum sein könnten...

Gebannt. Unter fremdem Himmel ist der erste Band von Veronica Rossis Trilogie über Aria und Perry.
Der Einstieg fiel mir zunächst etwas schwer, da ich keine rechte Vorstellung von der Welt hatte, die Rossi entwirft. Erst nach und nach fügen sich die rätselhaft anmutenden Beschreibungen zu einem komplexen Bild zusammen, wobei ein interessanter Kontrast zwischen den verschiedenen Lebensräumen erschaffen wird. Die Vorurteile und Abneigungen der Menschen innerhalb und außerhalb der Biosphären sitzen tief und sorgen damit für viele Spannungen.

Die Handlung ist von Beginn an spannend. Zusammen mit Aria und Perry kann man jeweils die Welt des anderen kennenlernen und ihr vorsichtiges Antasten beobachten. Es gibt viele unerwartete Wendungen, die der ohnehin schon ereignisreichen Geschichte zusätzliche Brisanz verleihen.
Es gibt ebenso blutige, actionreiche Szenen wie sehr emotionale und traurige Momente.

Erzählt wird zwar in der dritten Person, trotzdem findet ein Wechsel zwischen Aria und Perry statt, sodass man die Handlung jeweils mehr aus der Sicht von einem von ihnen erlebt und dabei auch Einblicke in seine Gedanken erhält. Aufgrund Perrys besonderer Gabe gibt er außerdem auch immer ein Stückweit Arias Gefühle preis.

Aria und Perry sind zwei total unterschiedliche Charaktere, die mir jeder auf ihrer Art schnell sympathisch geworden sind. Faszinierend ist es, ihre jeweilige Entwicklung im Verlauf der Geschichte zu verfolgen: Feinde, die beginnen, die Welt aus den Augen des anderen zu sehen und sich immer weiter annähern...
Darüber hinaus gibt es zahlreiche Nebenfiguren, die verschiedener kaum sein könnten. Regelmäßig treffen dabei unterschiedliche Lebenswelten aufeinander und es ist interessant zu beobachten, wie die Figuren mit diesen Unterschieden umgehen.

Am Ende bleiben viele Handlungsstränge offen und der Leser wird mit etlichen Fragen zurückgelassen.

Man muss sich erst in die fremde Welt einfügen, aber dann kann man nicht anders, als sie zu lieben. Gebannt bietet eine spannende Geschichte mit einer passenden Mischung aus Action, Dramatik und Gefühl und facettenreichen, sehr sympathischen Figuren.


1 Kommentar:

  1. Hallo Anja, oh - oh ich habe schon wieder drei Bücher gefunden um die ich meine WuLi erweitern muss. Vielen Dank für die tollen Tipps!

    AntwortenLöschen