Mittwoch, 2. April 2014

Rezension: Tinka Wallenka - Chroniken eines Pizzalieferanten

(c) Titus Verlag 
  Chroniken eines
  Pizzalieferanten 

  Autor: Tinka Wallenka
  erschienen Januar 2014
  Verlag: Titus Verlag
  ISBN: 978-3-942277-05-8

Nette Einblicke in das Leben eines Pizzalieferanten

Baguettes, Salate, Pastagerichte, Pizzen, Döner, Burger – bei Lieferdiensten bekommt man in der heutigen Zeit so ziemlich alles, was das Herz begehrt. Keine Lust zu kochen, unerwarteter Besuch oder einfach noch das kleine Hungerloch nach der Arbeit? Kein Problem! Man sucht sich einfach eine der vielen Nummern raus, klingelt beim Lieferservice durch und bekommt sein Essen nach Hause gebracht. Doch macht man sich darüber Gedanken, was den Angestellten manchmal so passiert, wie die Arbeit abläuft, was es für Komplikationen und Probleme gibt? Ich habe mich vor diesem Büchlein damit nicht wirklich beschäftigt.

Micha will eigentlich studieren, als er jedoch auf die Warteliste gesetzt wird, zerplatzt dieser Traum zunächst. Um nicht ganz so sinnlos rumzusitzen und die Zeit verstreichen zu lassen, sucht er sich einen Job – beim Lieferdienst. Immer an seiner Seite, sein Schweinehund Edgar, der für die eine oder andere witzige Situation sorgt.

Der Schreibstil im Buch ist sehr angenehm, die kurzen Geschichten lassen sich sehr locker und leicht lesen. Man bekommt einen interessanten Einblick in das Treiben bei einem Lieferservice, die Verteilung der Routen, die Art von Kunden und auch die zwischenmenschlichen Probleme, die bei so vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten leicht mal auftauchen können. Besonders toll finde ich, dass alle Geschichten einen wahren Hintergrund haben, so werde ich beim nächsten Pizza-Auto das durch die Gegend fährt, bestimmt daran denken, was Micha alles erlebt hat und mich fragen, wie es diesem Fahrer wohl so ergeht.
An einigen Stellen hätte ich gern noch ein bisschen mehr über das Leben von Micha erfahren, was er sonst noch so für Interessen hat, ob er sich auch mal mit Freunden trifft und solche ganz normalen Sachen. Wodurch man so wenig über den Protagonisten erfährt, baut man keine sehr enge Bindung zu ihm auf. Seine Erlebnisse zu lesen, war allerdings trotzdem interessant und auch ansprechend gestaltet.

„Chroniken eines Pizza-Lieferanten“ ist ein nettes Buch für zwischendurch, das immer mal wieder für ein Schmunzeln oder ein ungläubiges Kopfschütteln sorgt und vielleicht auch die Wartezeit auf die nächste Pizza versüßen könnte.



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