Sonntag, 27. April 2014

Rezension: Soul Beach - Schwarzer Sand von Kate Harrison

 Schwarzer Sand.
 Soul Beach. Band 2
 Autor: Kate Harrison
 erschienen März 2014
 Verlag: Loewe
 ISBN: 978-3-7855-7387-7
© Loewe-Verlag

die Suche nach Meggies Mörder geht weiter

Alice’ Leben hat sich nicht verändert: Immer noch besucht sie regelmäßig „den Strand“, immer noch ist sie auf der Suche nach dem Mörder ihrer Schwester. Neue Ereignisse, neue Hinweise – Alice scheint dem Täter mit ihrer Suche näher zu kommen, gerät dadurch aber selbst in Gefahr. Das Spiel mit dem Feuer beginnt...

Soul Beach – Schwarzer Sand ist ein Fortsetzungsband genau nach meinem Geschmack. Es gibt immer wieder ganz kleine Einwürfe in Bezug auf die Vorgängerhandlung, die gerade so ausreichen, um sich an die wichtigsten Fakten zu erinnern. Langatmige Rückblicke bleiben aus, was aber vermutlich zur Folge hat, dass jemand, der Frostiges Paradies nicht gelesen hat, irgendwo zwischen E-Mail von einer Toten, Sing for your Supper und Triti aussteigen wird, da es gerade am Anfang schwer ist, die Zusammenhänge der kleinen Einschübe zu erfassen.

Schwarzer Sand setzt also relativ nahtlos an der bisherigen Handlung an und Alice spannende Suche nach dem Mörder ihrer Schwester geht weiter. Die Geschichte hat ein hohes Tempo. Nach einem noch eher ruhigen Einstieg geht es Schlag auf Schlag. Unerwartete Ereignisse führen zu neuen Spekulationen und Alice ist so besessen von ihrer Suche nach dem Täter, dass ihre Besuche am Strand, die zumeist eher die ruhigen und auch emotionalen Situationen darstellen, weniger werden.

Die Erzählperspektive bleibt wie gehabt: Alice schildert das Erlebte aus der Ich-Perspektive, sodass der Leser zwar Einblicke in ihre Gedanken bekommt und an ihren Überlegungen bezüglich des Mordes teilhaben kann, letztlich aber genauso viel oder wenig weiß wie sie und damit ebenfalls nur mitraten kann.
Dazwischen gibt es wieder sehr kleine Passagen aus Sicht der Mörders, die zwar zeigen, dass er sich irgendwo in ihrem Umfeld aufhalten muss, sonst aber nur wenig Rückschlüsse zulassen und dadurch für zusätzlich Spannung sorgen.

Auch sonst ist weiterhin vieles offen und die erhofften Antworten auf Fragen des ersten Bandes bleiben aus: Was hat es mit dem Strand auf sich? Und welche Geschichte verbirgt sich noch hinter den anderen Gästen, allen voran Danny, mit dem Alice eine sehr eigenwillige Beziehung führt?

Das Ende ist wieder sehr offen, aber Alice ist sich dann relativ sicher, den Mörder zu kennen. Kann es wirklich so einfach sein? Ich glaube – hoffe – Kate Harrison hat noch einige Überraschungen für uns parat. Und mir fielen da schon ein, zwei Kandidaten ein, bei denen ich es für wahrscheinlicher hielte ... schon allein, weil ja noch ein komplettes Buch vor uns liegt.

Fazit:
Obwohl kaum Fragen beantwortet werden und Alice’ Suche immer noch ohne wirkliche Ergebnisse bleibt, hat mir Schwarzer Sand aufgrund des höheren Erzähltempos und der anhaltenden Spannung etwas besser gefallen, als der Vorgänger. Als Leser brennt man genau wie Alice darauf, dem Rätsel näher zu kommen – darüber dass es absolut leichtsinnig und schon auch etwas unrealistisch ist, dass ein 17-jähriges Mädchen sich allein auf die Suche nach einem mehrfachen Mörder macht, dem die Polizei selbst nicht auf die Spur kommt, kann man aufgrund der hohen Spannung leicht hinwegsehen.



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