Sonntag, 27. April 2014

Rezension: Chris P. Rolls - Die Sache mit Jo und Mo

© Cassandra Krammer 
  Die Sache mit Jo und Mo
  Autor: Chris P. Rolls
  erschienen April 2014
  Verlag: CreateSpace Independent
  Publishing Platform
  ISBN: 978-1497599727

schöne Liebesgeschichte aus dem Gay-Genre

Reiche Eltern ermöglichen einem häufig ein Leben ohne große Sorgen. Man kann kaufen was man will, feiern ohne auf die Kosten zu achten, Urlaub an den tollsten Orten machen und auch sonst nach Lust und Laune leben. So erlebt es auch Jo, der das Luxusanwesen der Familie häufig für sich hat, wenn seine Eltern mal wieder in der Welt umherreisen. Der Außenseiter und Eigenbrötler Monty scheint auf den ersten Blick so gar nicht in das Leben des beliebten Jo zu passen, doch ihre Begegnungen und Montys Abweisung wecken Jos Interesse immer mehr und schon bald muss er feststellen, dass es noch viel wichtigere Dinge im Leben gibt als Geld und Luxus.

Jo ist ein ziemlich eingebildeter, egoistischer und verzogener, junger Mann, der meint, alles zu bekommen, was er will. Und meistens hat das auch ganz gut funktioniert, bis Mo kam. Jo ist nicht unbedingt ein Charakter, den man sofort in sein Herz schließt. Das Schöne an seiner Figur ist jedoch, dass das auch gar nicht zwingend gewollt ist. Jo darf polarisieren und anecken, man darf sich über seine Aktionen wundern und ihm auch gern mal in den Hintern treten wollen. Er hat wirklich viele Ecken und Kanten, ist nicht besonders einfühlsam und Rücksicht zu nehmen ist ihm ebenfalls eher fremd. Umso beeindruckender ist es da zu beobachten, wie er sich im Laufe der Geschichte entwickelt. Er zeigt neue Seiten, lernt Seiten an sich kennen, die ihm vorher nie in den Sinn gekommen wären.
Monty, der von Jo immer nur Mo genannt wird, war mir dagegen sofort sympathisch. Er lässt Jo so richtig auflaufen und zeigt ihm damit, dass man auch als Sohn einer reichen Familie nicht immer bekommt, was man will. Zunächst ist der Zirkusjunge sehr verschlossen und hält seine Mauern hoch, doch als auch er mutiger wird und sich mehr öffnet, wird der Weg frei gemacht für eine tolle und sehr einfühlsame Geschichte.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, ich habe mich im Buch wohl gefühlt und die Seiten sind nur so dahingeflogen. Besonders interessant ist es zu verfolgen, wie zwei völlig fremde Welten aufeinanderprallen und sich nach und nach miteinander verbinden. Jo und Mo sind völlig verschieden und gerade deswegen ist es so faszinierend, wie sie miteinander umgehen, wie sie auf den anderen reagieren und was in ihnen vorgeht. Von Jo erfährt man in diesem Punkt mehr als von Mo, in dessen Kopf der Leser nicht blicken kann. In einigen Szenen hätte ich gern gewusst, was Mo denkt, was er fühlt und wie er Jos Antworten und Aktionen wirklich aufnimmt. Man bekommt zwar einen Eindruck durch sein Verhalten und die Dinge, die er sagt, jedoch bleibt seine Gefühlswelt sonst verborgen. Bei Jo darf der Leser miterleben, wie seine Welt ins Wanken gerät, wie er stockt, zweifelt, über sich selbst nachdenkt und herausfindet, dass es viel mehr gibt, als das, was er bisher kannte.
Sehr schön beschrieben sind auch die intimen Momente zwischen den beiden jungen Männern. Die vorsichtige Annährung ist sehr liebevoll und zärtlich dargestellt, man kann so richtig mitfühlen.

Ein Buch, das mir viel Freude gemacht und mich berührt hat. Ich freue mich schon darauf, bald noch mehr von Mo und Jo zu erfahren!



1 Kommentar:

  1. Sehr schöne Rezi :)
    Ich hab das Buch auch auf meinem Reader und werde es sobald als möglich lesen.

    AntwortenLöschen