Montag, 21. April 2014

Rezension: Astrid Korten - Eiskalter Schlaf: Poesie des Bösen

(c) dotbooks 
  Eiskalter Schlaf - Poesie
  des Bösen
  Autor: Astrid Korten
  erschienen März 2014
  Verlag: dotbooks
  ISBN: 978-3-608-96012-9

Gefährlicher Schlaf - viel Spannung und Gänsehaut

Eine Anmerkung von mir vorweg: Ich habe „Eiskalte Umarmung“ vor diesem Thriller gelesen und kannte somit einen Großteil der Figuren schon. An einigen Stellen hat es mir geholfen, sie besser zu verstehen und einzuschätzen. Auch wenn man „Eiskalter Schlaf“ verstehen wird, wenn man die Vorgeschichte nicht kennt - da es immer wieder kleine Rückblenden gibt, die die Zusammenhänge deutlich machen - würde ich empfehlen „Eiskalte Umarmung“ zuerst zu lesen und damit doppeltes Lesevergnügen zu bekommen.

Anna ist schwer gezeichnet durch ihre Entführung vor sechs Jahren. Ihr Peiniger verfolgt sie im Schlaf, sie hat Angst und möchte ihrem Albtraum eigentlich nur noch entfliehen. Doch ihre Vergangenheit holt sie stets wieder ein, sie kann nicht abschalten, fühlt sich verfolgt und bedroht. Der einzige Ausweg scheint eine Hypnosetherapie zu sein, bei der sie die Grundsteine zur Bewältigung ihrer Probleme legen soll. Ein riskantes Spiel, das Anna in Gefahr bringt und beim Leser für Gänsehaut pur sorgt!

Da ich die Vorgeschichte kenne, war es für mich sehr leicht, mich in diesem Buch zu Recht zu finden. Zwar gibt es immer wieder Rückblicke und Einschübe, die die Verknüpfungen verdeutlichen und die Geschehnisse aus der Vergangenheit aufgreifen, allerdings erlebt man die Geschichte doch intensiver, wenn man Annas Leidensweg selbst mit verfolgt hat.
Anna musste viel durchmachen und hatte es nicht leicht, auf ihrem Weg eine junge Dame zu werden. Ihre kleine Tochter Katharina und ihr Mann geben ihr Halt, so gut es geht und versuchen sie immer wieder aufzubauen. Da es um Annas psychischen Zustand jedoch immer schlechter bestellt ist, wirkt sich das auch auf die kleine Familie aus. Der ideale Ansatzpunkt für einen Irren, der sich in den Kopf gesetzt hat, für noch mehr Unruhe zu sorgen.
Die Mischung aus bereits bekannten Charakteren und neuen Personen hat mir gut gefallen. Doch auch wer „Eiskalte Umarmung“ nicht kennt, erlebt eine interessante Konstellation aus Familienmitgliedern, engen Freunden, Ermittlern, Psychologen und Psychopathen.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und anschaulich, das Buch lässt sich flüssig und ohne Schwierigkeiten lesen. Die einzigen Probleme könnten vielleicht auftauchen, wenn einem die Nerven versagen. Es gibt viele heftige, erbarmungslose Passagen, die einen zum Fürchten und Schaudern bringen. Dieses Buch ist definitiv ein Thriller der Grusel- und Gänsehautklasse!
Anders als bei anderen Geschichten war es hier für mich während des Lesens nicht wichtig, welche Charaktere ich sympathisch und wen ich weniger nett finde, es ist so viel passiert, das es in den Hintergrund gerückt ist. Immer wieder gibt es Wendungen und Enthüllungen, die für neue Rätsel bzw. eine schrittweise Auflösung sorgen. Das Buch ist sehr temporeich und lässt den Leser wenig zur Ruhe kommen – mir gefällt das sehr gut.
Besonders fasziniert haben mich die unterschiedlichen Handlungsstränge, die nach und nach zusammengeführt werden. Neben der Geschichte rund um Anna, deren Problemen sich immer mehr zuspitzen, treibt der Serienkiller Pawel in verschiedenen Städten der Welt sein Unwesen und rächt ein Verbrechen, mit dem er scheinbar nichts zu tun hat. Die Morde sind brutal, blutig und jagen mir beim Lesen eine Gänsehaut auf den Körper. Die Beschreibungen werden immer intensiver und detaillierter, man kann sich als Leser ein ziemlich genaues Bild über die Tatorte und Zustände der Leichen machen – das ist wirklich nichts für Zartbesaitete! Natürlich fand ich diese Darstellungen auch furchterregend und grausam, aber dennoch hat es mich gefesselt, zu erleben, wie krank die Vorstellungen von manchen Menschen sein können. Der Weg zur Auflösung und die Verstrickungen zwischen den Szenen sind total spannend zu verfolgen und das recht offene Ende lässt auf eine Fortsetzung der Geschichte hoffen.

„Eiskalter Schlaf“ hat mich in seinen Bann gezogen, bei mir für Gänsehaut und Gruselstimmung gesorgt – ein klasse Buch und nichts für schwache Nerven.


Kommentare:

  1. das lese ich auch gerade ;) Habe den Vorgängerteil nicht gelesen und komme tatsächlich gut klar. Bin jetzt fast fertig, anfangs war ich von dem Buch sehr angetan, jetzt gegen Ende gefällt es mir aber weniger.... weiß aber noch nicht genau, warum. Irgendwie kommen da einfach zu viele Sachen zusammen... wird mir ein wenig zu unübersichtlich

    AntwortenLöschen
  2. Meins war es leider überhaupt nicht

    AntwortenLöschen