Sonntag, 23. März 2014

Rezension: Zeitrausch - Spiel der Vergangenheit von Kim Kestner

Die Zeitrausch-Trilogie, Band 1:
Spiel der Vergangenheit

Autor: Kim Kestner
erschienen März 2014
Verlag: Carlsen (Impress)
ISBN: 978-3-646-60050-6
(c) Impress

rasante Zeitreise mit sympathischen Charakteren


Alison ist ein ganz normales 17-jähriges Mädchen, dass sich auf ihre Sommerferien freut. Doch als eines morgens ihr Bruder verschwunden ist – und ihre Eltern behaupten, sie hätte nie einen gehabt - wird ihre ganze Welt auf den Kopf gestellt. Sie muss in der Zukunft landen, um in die Vergangenheit zu reisen, um ihre Gegenwart wieder zu ändern...

Klingt verwirrend? Ist es auch!

Spiel der Vergangenheit Ist der erste Band von Kim Kestners Zeitrausch-Trilogie.

Die Idee des Buches ist total faszinierend. Alison wird in verschiedene Zeiten geschickt, um dort ein Detail zu verändern, dass später Einfluss auf ihr Leben haben wird. Erreicht sie ihr Ziel, bekommt sie ihren Bruder zurück. Gelingt es ihr nicht, geht das Spiel erneut los, in einer neuen Zeit. Kestner gelingt es dabei, sämtliche Zeitebenen sehr anschaulich mit all ihren Eigenarten darzustellen. Besonders interessant ist natürlich die ferne Zukunft mit ihren vielfältigen technischen Möglichkeiten.

Wie so oft in Zeitreiseromanen ist es sehr schwierig, die ganze Zeit den Durchblick zu behalten. Jede Zeitreise, jedes Eingreifen, zieht Konsequenzen nach sich. Kommen dann noch Figuren aus unterschiedlichen Zeitebenen hinzu, die teilweise schon Dinge erlebt haben, die anderen aber erst noch passieren werden, kann es auch schnell sehr verwirrend werden. Im großen und ganzen gelingt es Kestner aber, die Hintergründe zu klären und die Paradoxien aufzulösen.

Die Geschichte ist ziemlich spannend. Da ist auf der einen Seite die Handlung um den verschwundenen Bruder, der wiedergefunden werden will, was das Bestehen einiger Prüfungen bedeutet. Und auf der anderen Seite gibt es die fragenaufwerfende Personenkonstellation. Nach und nach erschließen sich sowohl dem Leser als auch Alison, die die Geschichte in passender Sprache aus der Ich-Perspektive schildert, die Hintergründe ihres Zusammentreffens – auf dem Weg dahin gibt es aber viele rätselhafte Andeutungen, die zum Grübeln und Spekulieren einladen.

Das Ende ist dann, nach den rasanten Reisen durch die Zeit, sehr überraschend. Als Beginn einer Trilogie ist Spiel der Vergangenheit allerdings auch sehr offen. Der Grundstein für die weitere Handlung ist gelegt und es sind viele Fragen offen, auf deren Beantwortung der Leser noch warten muss.

Fazit:
Spannendes Thema, mysteriöse, aber sympathische Charaktere, ereignisreiche Handlung. Spiel der Vergangenheit ist ein empfehlenswerter Jugend-Zeitreiseroman, der nur an wenigen Stellen für völlige Verwirrung sorgt. Das sehr offene Ende lässt auf eine baldige Fortsetzung und die Beantwortung der offengebliebenen Fragen hoffen.


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