Mittwoch, 1. Januar 2014

Rezension: Tanja Heitmann - Tiamat

(c) cbt
  Tiamat - Liebe zwischen
  den Welten
  Autor: Tanja Heitmann
  erschienen April 2013
  Verlag: cbt
  ISBN: 978-3-570-16120-3

Anouks Leben kann man ganz gewiss nicht als gewöhnlich oder langweilig beschreiben. Sie lebt in einem alten Herrenhaus, das von vielen gemieden und als unheimlich empfunden wird, obwohl außer ein paar ausgewählten Personen niemand weiß, dass Tiamat im Keller schlummert und für die gesamte Welt das Ende bedeuten könnte, wenn sie ausbricht und ihre Macht entfesselt wird. Als wäre dieses Geheimnis noch nicht genug, bekommt die Familie ab und an Besuch von den Wesen jenseits des Tors und diese bringen die ein oder andere „lustige“  Veränderung im Haus mit sich, die vor Freunden und Nachbarn gut versteckt bleiben müssen.

Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Anouk geschrieben, wodurch sie mir sehr schnell ans Herz gewachsen ist. Ihre Art zu erzählen und zu denken ist einfach herrlich erfrischend und sehr authentisch für eine junge Heranwachsende. Ihre Ironie und die Foppereien zwischen ihr und ihrem „Bruder“ Sander lockern viele Situationen unglaublich auf und haben bei mir häufig ein Schmunzeln erzeugt.
Auch Alexander, der von fast allen nur Sander genannt wird, ist mir sehr ans Herz gewachsen. Seine aufgesetzte coole Art, legt er im Verlauf der Geschichte ab und zeigt sein wahres Gesicht, das noch viel mehr Geheimnisse bereithält als ich anfangs erwartet hatte.
Anouks Freunde, die sie eigentlich nicht besuchen dürfen, spielen im Verlauf der Handlung auch eine immer größere Rolle und werden zu einer wertvollen Stütze in den schwierigen Zeiten, die bevorstehen.

Sehr gut gefallen hat mir auch der Einstieg in die Geschichte, es gab kein großes Vorgeplänkel, man war gleich mitten im Geschehen drin. Sander hat seine Wacht am Tor ein wenig schleifen lassen und prompt hat es ein besonders giftiger Besucher aus der anderen Welt geschafft, sich bis zum Dachboden vorzuarbeiten und dort Anouk anzugreifen. Die Spannung hat sich dann durch das Buch gehalten, immer wieder gab es Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet hätte. Insgesamt hat mir auch die Mischung aus einfühlsamen, ruhigen Szenen und den etwas hektischen, kämpferischen Passagen gut gefallen, so kam nie Langeweile auf und man war immer gespannt darauf, was wohl als nächstes in Marienfall passiert.

Auch das Cover passt gut zu „Tiamat“. Der abgebildete Strudel aus unterschiedlichen Farben könnte ein etwas freundlicheres Abbild des Maelstroms sein, der viele mysteriöse und faszinierende Dinge bereithält.

Der Schreibstil von Tanja Heitmann ist einfach klasse. Das Buch liest sich sehr flüssig und ohne Probleme. Ich bin gleich gut in die Handlung reingekommen und habe besonders den intensiven Einblick in die Gedanken und Gefühlswelt von der Protagonistin Anouk sehr genossen.
Allen Liebhabern von Jugend-Fantasy-Büchern kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen, ich habe es in zwei Tagen regelrecht verschlungen.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen