Dienstag, 18. März 2014

Rezension: Melanie Klein - Die Welt der 4 Jahreszeiten: Das Sonne-Mond-Kind

© Burg Verlag Rehau 
  Die Welt der 4 Jahreszeiten: 
  Das Sonne-Mond-Kind
  Autor: Melanie Klein
  erschienen November 2013
  Verlag: Burg Verlag Rehau
  ISBN: 978-3-944370-08-8

schöner Fantasyauftakt mit tollen Charakteren



Fenja ist eine junge Dame, die ein fast normales Leben führt. Sie arbeitet im Blumenladen ihrer Eltern, hat ein gutes Verhältnis zu ihrem Bruder, trifft sich mit Freunden und schmiedet Pläne für die Zukunft. Doch Fenja ist besonders – in ihr schlummert Magie. Eine Gabe, die sie stets verbergen muss, um nicht aufzufallen oder in Gefahr zu geraten.
Während eines Gewitters ändert sich ihre Welt dann mit einem (Blitz-)Schlag. Fenja wird aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen und erwacht in der wundersamen Welt der 4 Jahreszeiten, die voller Geheimnisse und Zauberei steckt. Es gibt viel zu entdecken und zu erleben, doch was zunächst ganz nett erscheint, wandelt sich bald zu einer furchteinflößenden Wahrheit. Um diese Welt zu retten und der Prophezeiung zu folgen, müssten sowohl Fenja, als auch König Sisar große Opfer bringen.

Fenja ist mir als Protagonistin ans Herz gewachsen, obwohl sie manchmal ziemlich ungestüm ist. Sie zeigt sich sehr temperamentvoll, trägt das Herz auf der Zunge und hat ihre Gefühle und Worte häufig nicht so ganz unter Kontrolle. Gerade weil sie nicht perfekt und unkompliziert ist, mag ich sie.
Von ihr wird teilweise erwartet, dass sie funktioniert und sich ihrem Schicksal fügt, ob sie das nun möchte oder nicht, sie fühlt sich unverstanden und überfordert, was absolut nachvollziehbar ist, wenn man ihre Aufgabe kennt.
In manchen Momenten hätte ich mir gewünscht, dass sie ein wenig mehr nachdenkt, bevor sie ihrem Gegenüber ihre puren Emotionen entgegen schleudert, insgesamt mag ich ihre Erzählweise jedoch sehr gern. Besonders schön finde ich auch, dass man als Leser so tief in ihre Gedanken und Gefühlswelt, die zwischen Angst, Unsicherheit, Freude und Liebe schwankt, eintauchen kann.
König Sisar bringt Fenja noch zusätzlich durcheinander. Schon von der ersten Begegnung an spürt man, dass es eine gewisse Magie zwischen den beiden gibt, die nicht auf ihren Zauberkräften beruht. Sisar hat es nicht leicht mit dem Wirbelwind und muss sie häufig bändigen. Erstaunlich, dass er nicht so schnell die Nerven verliert, obwohl er oft genug Grund dafür hätte. Ich mag Sisar, er ist ein starker König, der trotz allem die Nähe zum Volk nicht verloren hat.

Die Mischung der Charaktere im Buch gefällt mir sehr gut. Es gibt die Temperamentvollen und die Schüchternen, die Guten und die Bösen, die Geheimnisvollen und die Offenen, die Verliebten und die Eifersüchtigen, die Hoffnungsvollen und die Verbitterten. Diese Vielfalt sorgt immer wieder für Streit, für lustige Momente und für neue Herausforderungen. Mit den Personen im Buch wird es einfach nie langweilig und man fragt sich häufig, was wohl als nächstes passieren wird.

Die Geschichte lässt sich angenehm und flüssig lesen. Der Schreibstil hat mich persönlich sehr angesprochen. Die sehr anschaulichen Beschreibungen der Umgebung lassen ein schönes Bild der Welt im Kopf entstehen. Viele Details, die Fenja wahrnimmt, teilt sie dem Leser mit. Häufig habe ich mich gefühlt, als würde ich neben ihr stehen und ebenfalls den Wald oder die Wiesen betrachten.
Durch die Ich-Perspektive und die Erzählweise im Präsens, erlebt man immer direkt mit, was Fenja anstellt, was sie sieht und worüber sie nachdenkt. Zwar entgehen einem dadurch die Perspektiven der anderen Charaktere, mich hat das jedoch nicht gestört. Da Fenja selbst viel entdeckt und nachfragt, erfährt sie zahlreiche Dinge, die ihr selbst entgangen sind bzw. die vor ihrer Ankunft in der Welt der 4 Jahreszeiten liegen.
Mit ihrer Unangepasstheit an die mittelalterlichen Verhaltensweisen eckt Fenja häufig an, sorgt für Erstaunen und Empörung– zumindest bei den Buchfiguren. Für mich sind das Szenen, die die teilweise traurigen und sehr ernsten Momente der Geschichte etwas abmildern und auch mal für Lacher sorgen.
Zwischendurch werden nach und nach Geheimnisse aufgedeckt, es gibt kleine Überraschungen und Wendungen, mit denen man nicht unbedingt rechnet. Dadurch bleibt die Handlung spannend und man kann miträtseln, wie es mit Sisar, Fenja und all den anderen wohl weitergehen könnte. Ich hoffe darauf, dass Fenja sich noch weiter entwickelt und vielleicht doch lernt, sich ein wenig zu zügeln. Viele Rätsel sind noch nicht gelöst, Probleme müssen bewältigt werden, eine Welt will gerettet werden und sich eigentlich liebende Personen sollen zueinander finden. Es gibt also noch genug zu erleben in den folgenden Bänden – ich freu mich darauf.

Der Auftakt der Trilogie überzeugt mit tollen Charakteren, einer gut ausgeschmückten und durchdachten Welt und einer interessant gestalteten Handlung.

   

Vielen Dank an die Autorin Melanie Klein für dieses Rezensionsexemplar!

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