Samstag, 22. Februar 2014

Rezension: Narcia Kensing - Glutroter Mond

 Glutroter Mond: 
 Undying Blood 1
 Autor: Narcia Kensing
 erschienen Januar 2014
 Verlag: neobooks
 Self-Publishing
 ISBN: 9783847671794

Die großen Metropolen liegen in Trümmern, ganz Landstriche sind unbesiedelt, vieles hat sich verändert und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Im Jahr 2183 ist die Welt schon lange nicht mehr so, wie wir sie kennen. Machtkämpfe, Kriege und Genmanipulationen haben dazu geführt, dass sich die Weltbevölkerung drastisch dezimiert hat.
Holly lebt in einer der Ruinenstädte und schaut ehrfürchtig zu den Obersten auf, die hinter der Barriere leben, wo alles besser sein soll. Ihr streng kontrolliertes Leben möchte sie gern hinter sich lassen, ihr Wissen nutzen und aufsteigen. Doch längst nicht alles, was sie sich erträumt, entspricht auch der Realität. Als sie auf den mysteriösen Cade trifft, glaubt sie am Ziel ihrer Wünsche zu sein. Und am Ende kommt es doch ganz anders, als gedacht.

Die Protagonistin Holly ist erst 16 Jahre alt und kennt die Welt nicht anders, als sie im Moment ist. Die meiste Zeit hält sie sich an die Regeln, ist stellenweise recht naiv und unwissend, was allerdings dem gesamten System ihrer Welt geschuldet ist. Holly beweist im Verlauf der Handlung Mut und Tapferkeit und wächst mit ihren Aufgaben. Mir ist sie sympathisch geworden und ich denke, von ihr kann man noch Einiges erwarten.
Die Überreste aus der alten Welt, die sie in den Trümmern findet, hat sie teilweise schon in Büchern gesehen, andere Dinge sind ihr völlig fremd. Es ist eine interessante Reise, auf die Holly den Leser mitnimmt, da sie viele Gegenstände entdeckt und für seltsam und ungewöhnlich befindet, die wir als alltäglich ansehen. Es ist eine befremdliche und zugleich faszinierende Vorstellung, dass es einmal Menschen geben könnte, die so gar nichts mehr aus unserer Zeit wissen und kennen.
Cade als männliche Hauptfigur ist sehr mysteriös und nur schwer zu durchschauen. Der Acrai gibt im Laufe der Geschichte immer etwas mehr von sich preis, so ganz einzuordnen ist er jedoch nicht. Sein Volk hält einige Überraschungen und Geheimnisse bereit, mit denen ich im Vorfeld nicht gerechnet habe.

Der Schreibstil war stellenweise etwas holprig und inhaltliche Wiederholungen haben den Lesefluss zwischendurch etwas gestört. Im Verlauf des Buches habe ich es jedoch so empfunden, dass sich der Text besser lesen lies und die Wortwiederholungen etwas weniger wurden.
Die Handlung hat mir sehr gut gefallen. Diese fremde Zeit, in die man eintaucht, ist sehr faszinierend und hält spannende Dinge bereit. Holly muss feststellen, dass vieles von dem, was sie gelernt hat, so nicht stimmt und ihr Weltbild wird ziemlich auf den Kopf gestellt. Durch die Ich-Perspektive werden ihre Verwirrung und ihre Gefühlsschwankungen sehr nachvollziehbar und der Leser bekommt einen direkten Einblick in ihre Gedankenwelt. Auch der Perspektivwechsel hat mir zugesagt. So bekommt man nicht nur einen Eindruck von Holly, sondern man kann auch hinter die Fassade von Cade schauen. Der Acrai ist etwas ganz Besonderes und so war es umso interessanter in seinen Kapiteln etwas über ihn, seine Herkunft und Fähigkeiten zu erfahren. Im Buch macht er für mich die größte Wandlung durch und ich bin gespannt, was wir von ihm noch erwarten dürfen.

Insgesamt eine spannende Geschichte, trotz leichter Schwächen in der sprachlichen Umsetzung.

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