Freitag, 21. Februar 2014

Rezension: Glutroter Mond von Narcia Kensing

 Glutroter Mond: 
 Undying Blood 1
 Autor: Narcia Kensing
 erschienen Januar 2014
 Verlag: neobooks
 Self-Publishing
 ISBN: 9783847671794

packende Geschichte in ferner Zukunft
New York 2183. Die Welt ist nicht mehr wiederzuerkennen. Nach einem großen Krieg leben nur noch wenige Menschen in der Stadt, geteilt in zwei Bevölkerungsschichten. Die 16-jährige Holly ist einer von ihnen. Sie träumt davon, bei der jährlichen Rekrutierung der Jugendlichen ausgewählt zu werden, um ihr einfaches, armes Leben zu verlassen und auf die andere Seite der Stadt zu den sogenannten Obersten zu wechseln, wo zumindest nach Hollys Vorstellung das bessere Leben möglich ist. Nicht zuletzt durch die Begegnung mit dem gutaussehenden, aber mysteriösen Cade muss Holly erkennen, dass nicht alles so ist, wie man es die Einwohner glauben lässt...

„Glutroter Mond“ ist der erste Band der Undying Blood-Trilogie von Narcia Kensing.

Mit Holly und Cade erschafft Kensing zwei sehr interessante, wenn auch völlig verschiedene Charaktere, die sich jeweils im Verlauf der Geschichte enorm entwickeln.
Holly träumt von einem besseren Leben. Sie liest alle Bücher, die ihr zugetragen werden und hält sich daher für sehr gebildet, wodurch sie sich einen Vorteil bei der Rekrutierung erhofft. Die Enttäuschung ist groß, als sie feststellt, dass die Auswahlkriterien andere sind. Sehr amüsant ist es danach zu erleben, wie Holly nach und nach erkennen muss, wie wenig sie trotz ihres Buchwissens von der Welt weiß. Gerade verweise auf heute normale Dinge wie Geld oder Supermärkte, die für Holly völlig unbegreiflich sind, bringen den Leser immer wieder zum Schmunzeln. Aber Holly zeigt auch eine andere Seite als die des naiven Mädchens: Sie entwickelt trotz ihres jungen Alters Mut und Stärke und ist bereit, ihr eigenes Leben für andere zu riskieren.
Bei Cade verhält es sich genau entgegengesetzt. Statt weiterer Stärke entwickelt er Schwäche und Gefühle, was ihm im Verlauf der Geschichte ungemein sympathisch macht.

Beide Figuren erzählen abwechselnd aus der Ich-Perspektive, wobei ihre total verschiedenen Charakterzüge gut in ihren Gedanken und Gefühlen sichtbar werden.
Kleine Schwächen zeigen sich zu Beginn im Schreibstil. Einige Fakten werden mehrfach kurz hintereinander wiederholt, dies liegt sich allerdings im Verlauf weitgehend, sodass ein guter Lesefluss entsteht und Wortwiederholungen in der Spannung untergehen.

Die Handlung ist von Beginn an sehr spannend, nicht zuletzt dadurch, dass von der ersten Seite an viele Fragen aufgeworfen werden, auf die der Leser nur nach und nach Antworten erhält. Kensing entwirft ein sehr detailliertes Szenario der zukünftigen Welt, dass seine Komplexität erst im verlauf der Geschichte offenbart. Und obwohl bereits einiges aufgeklärt wird, lässt das überraschende, dramatische Ende noch vieles offen.


Fazit:
Glutroter Mond ist eine spannende Dystopie, die besonders durch die Handlung in der sehr fernen Zukunft ihren Reiz erhält. So wie Holly überrascht wird, was Dinge der heutigen Welt betrifft, kann man als Leser nur staunen, wie sich alles in 150 Jahren entwickelt hat.
Sympathische Charaktere, die eine sichtbare und vor allem nachvollziehbare Entwicklung durchmachen, sowie ein leicht verständlicher Erzählstil runden das positive Gesamtbild ab.


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