Samstag, 22. Februar 2014

Rezension: Der Thron von Melengar von Michael J. Sullivan

  Der Thron von Melengar.  
  Riyria 1  
  Autor: Michael J. Sullivan 
  erschienen Februar 2014 
  Verlag: Klett-Cotta 
  ISBN: 978-3-608-96012-9 
(c) Klett-Cotta 

Machtkämpfe und Intrigen in mittelalterlichem Szenario

Royce und Hadrian sind zwei bekannte und gefürchtete Räuber. Als sie einen spontanen Auftrag annehmen, geraten sie in eine Falle und werden verhaftet: für die Ermordung des Königs. Eine spannende Suche nach dem wahren Täter beginnt...

Sullivan schafft in seinem Auftaktband über den Diebesbund Riyria tolle Charaktere. Nicht nur die zwei Hauptfiguren, Royce und Hadrian, können überzeugen. Durch ihre unterschiedliche Art, der eine eher hart, der andere mit sehr weichem Kern, und ihren verschiedenen Fähigkeiten ergänzen sie sich perfekt. Dabei sind sie so gut aufeinander eingespielt und überzeugt von ihren Fähigkeiten, dass sie ihre Gegner mit Witz und Charme an der Nase herumführen.

Neben Prinz Alric, dessen Entwicklung im Verlauf der Geschichte sehr gut deutlich wird, war mir vor allem noch der junge Mönch Myron sehr sympathisch. Abgeschieden in einem Kloster aufgewachsen, hat er noch nicht viel von der Welt gesehen, sodass sein Zusammentreffen mit neuen Dingen wie Pferden oder Frauen immer wieder für witzige Szenen sorgt.

Zwar geben zwei Karten einen Eindruck vom geschaffenen Reich, Sullivan geizt aber mit detaillierten Beschreibungen von Land und Leuten – gerade letztere hätten mich sehr interessiert. So spielen Zwerge und Elben in einigen Szenen zwar eine Rolle, aber was diese genau ausmacht oder welche speziellen optischen Merkmale sie besitzen, kommt sehr kurz.

Die Handlung ist sehr interessant und hält einige überraschende Entwicklungen bereit. Dabei ist es vor allem immer wieder spannend zu verfolgen, welche Mittel Hadrian und Royce sich einfallen lassen, um die stetig neuen Gefahren zu überwinden.

Sullivan schafft ein umfangreiches Figurennetz und Gesellschaftssystem. Politische Machtkämpfe, Gier und Intrigen zwischen den verschiedenen Herrschern und machthungrigen Adligen sind an der Tagesordnung. In der Vielzahl der beteiligten Parteien war es allerdings teilweise schwer, sämtliche Zusammenhänge zu erfassen. Es werden viele Personen, historische Ereignisse und verehrte Gottheiten, die für die verschiedenen Parteien von Bedeutung sind, kurz eingeführt, einige Personen argumentieren aber wie die Fähnchen im Winde, je nachdem von wem sie sich gerade einen Vorteil erhoffen, sodass ihre wahren Motive noch im Dunklen bleiben.

Das Buch ist in sich abgeschlossen, lässt aber dennoch Raum für weitere Abenteuer. So ist der wahre Drahtzieher zwar gefasst, aber es sind bereits weitere Intrigen begonnen und auch der Verbleib bestimmter Figuren ist noch offen und bietet Stoff für neue Konflikte.


Fazit:
Der Thron von Melengar ist ein spannendes Fantasyabenteuer, das vor allem durch seine charismatischen Figuren überzeugen kann. Die Beschreibung des Landes und seiner Bewohner, deren Lebensweise an die mittelalterliche Zeit erinnert, nimmt zugunsten der ereignisreichen Handlung aber etwas zu wenig Raum ein.

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