Montag, 10. Februar 2014

Rezension: Christian Biesenbach - Wintersonne


 Wintersonne
 Autor: Christian Biesenbach
 erschienen Januar 2014
 Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
 ISBN: 978-1495393341

Weihnachten – die eigentlich harmonischste, besinnlichste Zeit des Jahres. Auch Familie Farber wollte dieses Fest im beschaulichen Rahmen feiern. Linda Farbers Freund, Kees Bloemberg, trifft zu diesem Anlass das erste Mal auf die potenziellen Schwiegereltern und Lindas Geschwister. Was recht friedlich beginnt, wird schnell zum Albtraum für alle Anwesenden. Ein skrupelloses Mordkommando hat es auf den Familienvater, seine Grundstücke und dessen Projektpläne zur Erdwärmenutzung abgesehen. Ein blutiger Wettlauf gegen die Zeit beginnt.


Der holländische Polizist Bloemberg und seine Freundin Linda sind mir bereits aus „Sonne, Wind und Mord“ bekannt. Man kann Wintersonne problemlos lesen, ohne die Vorgeschichte zu kennen. Ich fand es für mich jedoch schöner zu wissen, wie die beiden sich kennen gelernt haben. So konnte man einige Situationen zwischen dem Paar auch etwas besser einschätzen. Darüber hinaus versteht man auch angesprochene Ängste und Erlebnisse besser, da diese teilweise aus „Sonne, Wind und Mord“ stammen.

Kees hat in dieser Geschichte viel Mut bewiesen und trotz aller Gefahren einen kühlen Kopf bewahrt. Seine beruflichen Erfahrungen waren für ihn hier natürlich nützlich, auch wenn er eigentlich als Privatperson auftritt. Er ist mir mit all seinen Ecken und Kanten sympathisch geworden und ich würde gern noch mehr Abenteuer mit ihm erleben.
Die Mordeinheit rund um Mike kennt keine Gnade, sie handeln eher nach dem Motto „wer nicht hören will, muss fühlen“. Interessant war es dabei zu beobachten, dass es trotz gleicher Zielsetzung auch Unstimmigkeiten im Team gab, die den Bösewichten dann selbst das Leben schwer gemacht haben.

Der Schreibstil insgesamt war angenehm, durch detailreichere Beschreibungen, als ich sie aus dem Vorgängerband kannte, konnte man sich die Umgebung und Personen besser vorstellen. Die Wortwahl ist klar und gut verständlich. Als etwas störend habe ich die inhaltlichen Wiederholungen empfunden, die durch die Perspektivwechsel entstanden sind. Die Perspektivwechsel an sich, haben mir gut gefallen, da man so einen umfangreicheren Blick auf die Handlung bekommt. Ich hätte mir jedoch gewünscht, dass diese Wechsel zeitweise etwas schneller folgen, so hätte man Passagen mit Wiederholungen vermeiden können. Teilweise wurde dadurch einfach etwas die Spannung genommen, da man einen Abschnitt des Geschehens schon aus einer anderen Perspektive kannte.
Das organisierte Böse kämpft mit allen Mitteln brutal gegen die Familie Faber, dabei gibt es einige Verluste, jedoch nicht nur auf der Seite der Farbers, sondern auch auf der Seite der Gegner. Bis kurz vor Schluss ist nicht ganz klar, wie genau die Sache ausgehen wird und wie viele Menschen noch zum Opfer der Auseinandersetzung werden.

Sehr spannend fand ich den Bezug zu umweltschonenden Energiegewinnungsverfahren, den bestehenden Möglichkeiten und Risiken. Ich hatte mich vorher noch nicht weiter mit Erdwärmekraftwerken und solchen Dingen beschäftigt, daher war es für mich neu und interessant zu erfahren, welche Vor- und Nachteile so etwas haben kann. Das auch solche Verfahren gut durchdacht und geplant werden müssen, wird in der Geschichte auch deutlich.

Insgesamt hat mir Wintersonne gefallen, auch wenn es einige Längen gab, die man, in meinen Augen, hätte vermeiden können.



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