Donnerstag, 30. Januar 2014

Rezension: Christian Biesenbach - Sonne, Wind und Mord


 Sonne, Wind und Mord
 Autor: Christian Biesenbach
 erschienen August 2012
 Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
 ISBN: B005V0BC1A

Umweltgipfel in Rotterdam: die großen Politiker aus allen Ländern kommen zusammen, um zu beraten, wie man die Welt verbessern kann, den Klimawandel aufhalten, die Wirtschaft ankurbeln und die Staatsfreundschaften vertiefen. Eigentlich genug unlösbare Aufgaben und doch hat die Stadt noch mehr zu bieten – Mord auf dem Hafengelände. Kees Bloemberg bekommt den Fall zugesprochen, obwohl er eigentlich mit weniger wichtigen Fällen betraut war und steht schon bald einer komplexen Herausforderung gegenüber, deren Ausmaß lange Zeit nicht zu überblicken ist.


Der Polizist Kees Bloemberg ist nicht unbedingt ein Sympathieträger. Er sagt gern frei heraus, was er denkt, wird dabei teilweise auch beleidigend und ausfallend. Nachdem er in einem vergangenen Fall Mist gebaut hat, sollte er sich eigentlich mit kleineren Verkehrsdelikten und Ähnlichem befassen. Als dann jedoch die gesamte Aufmerksamkeit auf dem Umweltgipfel liegt, bekommt er die Chance, sein ermittlerisches Können wieder einmal unter Beweis zu stellen. An die Seite gestellt bekommt er einen unerfahrenen Kollegen, der durch seine Unwissenheit einige Male für ein Schmunzeln bei mir gesorgt hat.
Auch wenn Bloemberg mir nicht unbedingt ans Herz gewachsen ist, so ist er doch ein interessanter Charakter. Durch seine vielen Ecken und Kanten sorgt er immer wieder für Konflikte, Streitgespräche und Überraschungsmomente. Es ist angenehm ihn auf seinem Weg zu begleiten und zu erleben, was wirklich noch alles in ihm steckt.

Besonders gut gefallen haben mir die vielen Perspektivwechsel, so war man als Leser immer wieder an verschiedenen Stellen. Hat einen Einblick in die Machenschaften der Bösen bekommen, konnte jedoch gleichzeitig auch erleben, wie die Ermittler vorgehen und was nebenbei bei dem Umweltgipfel passiert. Diese Mischung hat für ein umfangsreiches Bild der Handlung gesorgt, das auch nötig war, um an Ende wirklich alle Verstrickungen zu durchschauen.
An jeder Ecke im Buch lauern Korruption, Verschwörungen, Bedrohungen und dunkle Geheimnisse, die dafür genutzt werden, die Personen gegeneinander auszuspielen und zum Reden zu bewegen. Viele gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Auftragskillern, Ermittlern und potenziellen Opfern sorgen für ein temporeiches Voranschreiten der Handlung. Viel Zeit zum Durchschnaufen und Erholen bleibt da nicht. An einigen Stellen hätte ich mir gewünscht, dass zwischen den einzelnen Aufeinandertreffen doch ein wenig mehr Zeit vergeht, in denen neu geplant, verhandelt und Kontakt aufgenommen wird. Es ging doch alles recht schnell und dadurch kam es häufiger zu unüberlegten Kurzschlusshandlungen, die zwar nicht immer schlecht für den Ausgang des Buches waren, jedoch manchmal den Eindruck erzeugt haben, dass es für die Profis, die da eigentlich am Werk sind, ein wenig zu unüberlegt war.

Gut gefallen hat mir die Kombination aus Krimi und gesellschaftsrelevanten Problemen. Der Klimawandel ist ein sehr aktuelles Problem, erneuerbare Energien und deren fortschreitende Entwicklung stehen immer wieder im Mittelpunkt der Betrachtung. Die kritische Auseinandersetzung mit dieser Thematik fand ich sehr ansprechend gestaltet. Neben der Spannung, die bei den Ermittlungen und den Fluchtversuchen aufkommt, wird man so gleich noch zum Nachdenken angeregt.



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