Sonntag, 23. Februar 2014

Rezension: Astrid Korten - Eiskalte Umarmung - Poesie der Angst

(c) dotbooks 
  Eiskalte Umarmung
  Poesie der Angst
  Autor: Astrid Korten
  erschienen Dezember 2013
  Verlag: dotbooks
  ISBN: 978-3-95520-446-4

Dieses Buch hält, was es verspricht: Spannung und Gänsehautfeeling.

Sind alle Fenster und Türen fest verschlossen? Sicher? Auch die Kellertür, die sonst kaum jemand benutzt? Und das Schloss ist auch nicht morsch oder lässt sich leicht aushebeln? Alle Sicherheitsvorkehrungen sind ordnungsgemäß getroffen, damit niemand unerlaubt ins Haus kommt? Gut dann kann es ja losgehen!

Ein Psychopath treibt seit vielen Jahren sein Unwesen und gibt sowohl der Polizei als auch den Familien der Opfer immer wieder Rätsel auf. Seine Taten sind gut durchdacht und ausgeführt, er hinterlässt keine verwertbaren Hinweise. Doch wer ist dieser unheimliche Mann? Und wer wird das nächste Opfer sein? Eine blonde, attraktive Frau nach der nächsten verschwindet, einige von ihnen tauchen nie wieder auf. Was ist das Ziel, was das Motiv, was will dieser Killer nur erreichen?
Heute schon in den Spiegel geschaut? Man weiß nie, wen es als nächsten trifft!

Die Mischung der Charaktere war sehr vielfältig und hat mir gut gefallen. Im Verlauf des Buches lernt man viele verschiedene Personen kennen. Auf der einen Seite natürlich den Mörder in verschiedenen Lebenslagen, zum Beispiel beim Planen, Vorbreiten und Ausführen seiner Morde, beim Verwischen der Spuren und beim Aneignen und unwissenden Komplizen. Auf der anderen Seite lernen wir einen Teil der Opfer näher kennen. Während einige nur am Rande auftauchen und dann sofort in die tödlichen Fänge geraten, begleitet man andere eine ganze Weile, bekommt Eindrücke von ihrem Privatleben, von ihren Plänen und auch von den mysteriösen Ängsten, die sie teilweise schon verfolgen, ohne dass sie den Grund dafür kennen. Auch die Kommissare, Familie und Freunde der Opfer spielen immer mal wieder eine mehr oder weniger große Rolle. Besonders interessant fand ich auch Lukas. Der geistig behinderte Junge gerät zwischen die Fronten und nimmt für den Verlauf der Geschichte eine entscheidende und überraschende Position ein.

Der Schreibstil hat mir total gut gefallen. Die Geschichte lässt sich sehr flüssig und zügig lesen. Hat man einmal angefangen, lässt einen dieses Buch nicht so schnell wieder los. Immer wieder gibt es ganz kleine Hinweise oder Verdachtsmomente, die sich im nächsten Augenblick jedoch wieder zerschlagen, so dass ich bis zum Schluss nicht wusste, wer hinter dem Massenmörder wirklich steckt. Auch die Polizei tappt im Dunkeln und von ihrer Arbeit bekommt der Leser lange Zeit auch nur wenig mit. Zunächst fand ich das etwas schade, da ich gut gestaltete Ermittlungsarbeiten gern lese. Allerdings hat es mich im Verlauf dieses Buches dann nicht mehr gestört, auf der einen Seite, da es teilweise keine großen Ermittlungen gab, ohne Hinweise und Spuren und auf der anderen Seite, weil man als Leser einen sehr intensiven Einblick in das Leben und Wirken des Täters bekommt. Die kranken Gedanken und seine detailliert beschriebenen Morde jagen einem eine Gänsehaut über die Arme.




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