Mittwoch, 1. Januar 2014

Rezension: Veronica Roth - Die Bestimmung

(c) cbt
Die Bestimmung, Band 1
Autor: Veronica Roth
erschienen März 2012
Verlag: cbt
ISBN: 978-3-570-16131-9




Beatrice lebt in einer Zeit, in der die Welt in fünf verschiedene Fraktionen unterteilt ist, jede hat seine ganz besonderen Eigenschaften und Werte, auf die sie bestehen und die man erfüllen muss, damit man ihnen angehören kann. Alle Jugendlichen dürfen bis zum 16. Lebensjahr bei ihren Familien bleiben, danach müssen sie selbst wählen, welchen Weg sie gehen wollen, die Familie für immer Verlassen oder in ihrer bekannten Fraktion bleiben. Ein Eignungstest soll bei der Entscheidungsfindung helfen, doch nicht bei allen sagt der Test genau das, was man erwarten würde. So auch bei Beatrice, ihr Ergebnis ist überraschend. Sie ist eine Unbestimmte und vereint verschiedene Eigenschaften der fünf Fraktionen. Doch damit noch nicht genug, sie wird auch noch gewarnt, dass es gefährlich für sie ist, wenn es jemand erfährt, ohne das ihr jemand erklärt wieso.

Die Namen und Fähigkeiten der verschiedenen Fraktionen waren am Anfang etwas schwer auseinander zu halten, durch die gute und detailreiche Beschreibung im Text hat man sich jedoch schnell dran gewöhnt und konnte, auch ohne noch mal auf den Einband, auf dem es eine Kurzerklärung zu den Fraktionen gibt,  zu schauen die Leute gut auseinander halten.

Der Titel des Buches „Die Bestimmung“ passt von Anfang an gut zum Inhalt, denn schließlich geht es ja um die Bestimmung die jeder 16Jähriger in sich trägt und für oder gegen die er sich bei der großen Zeremonie entscheiden muss.
Die Feierlichkeit dieser Veranstaltung kam sehr gut rüber, ich fühlte mich als wäre ich mitten unter den Zuschauern und konnte die Spannung, Freude und auch Trauer über unerwartete Entschlüsse förmlich spüren. Und mir kam sogar der Gedanke, für welche Fraktion ich mich wohl entscheiden würde, wenn ich es denn müsste.
Auch die 16jährige Beatrice musste sich entscheiden, bei welcher Fraktion sie ihr weiteres Leben verbringen möchte und wird. Da sie mit niemandem darüber sprechen darf, wer oder was sie eigentlich ist, legt sie sich gekonnt ein paar Notlügen zu Recht, damit keiner unnötige Fragen stellt.
Nachdem alle Initianten bei ihren neuen oder auch alten Fraktionen sind, beginnt die Phase der Initiation, in der sich alle beweisen müssen, ob sie auch geeignet sind und den Werten und Normen der Fraktion gerecht werden. In dieser Phase wird doch sehr deutlich, wie verschieden erzogen die Jugendlichen sind, es prallen Welten aufeinander, dennoch entstehen einige Freundschaften.

Beatrice, die sich im Verlauf des Buches nur noch Tris nennt, ist die Ich-Erzählerin der Geschichte. Das bringt sie einem sofort sehr nah und man bekommt einen genauen Einblick in ihre Gedanken, Zweifel und Gefühle.  Auch wenn ich nicht jede ihrer Entscheidungen und Handlungen komplett nachvollziehen kann, war sie mir von Beginn an total sympathisch. Ihre Art, zu erzählen und zu denken, gefällt mir einfach sehr gut und es ist sehr greifbar.
Tris hat wahrlich kein leichtes Leben und ein schweres Geheimnis, dass sie belastet, trotz allem stellt sie sich den Herausforderungen und ihren Ängsten und wächst dabei über sich hinaus.

Four, der Ausbilder von Tris und den anderen Initianten, war für mich nicht immer leicht zu durchschauen. Er ist sehr streng und hart, aber ich hatte trotzdem das Gefühl, dass er eigentlich nur das Beste für seine Schüler will, vor allem für Tris. Im nächsten Moment war er aber wieder mehr als abweisend, dabei ist er doch gar keine Frau, denen man  sonst immer Stimmungsschwankungen nachsagt. Four hat viele Geheimnisse, die ihn selbst auch so kompliziert machen und einige Rätsel lösen sich im Buch sogar auf.

In der Geschichte gibt es ganz viele interessante Wendungen und überraschende Ereignisse, zwar wird manchmal angedeutet, was passieren könnte, meistens kommt es aber doch anders bzw. nicht auf die Weise, wie man es sich vielleicht gedacht hätte. Zu keinem Zeitpunkt wurde es langweilig, all die Seiten sind gefüllt mit so vielen Details, Rätseln, Hinweisen und Spannung, dass man das Buch eigentlich gar nicht wieder weglegen möchte, auf jeden Fall ging es mir so.

Der gesamte Schreibstil hat mir auch sehr gut gefallen. Das Buch ist gut verständlich geschrieben und die Wiederholungen der Worte und Sätze, besonders in Tris Gedanken, verleihen den Stellen noch mal extra Nachdruck. Die Stimmung in den verschiedenen Situationen ist auch wunderbar beschrieben, ich konnte mich als Leser immer gleich in die emotionale Lage hineinversetzen.

Auch das Cover ist sehr ansprechend, diese Mischung aus hellen, fast leuchtenden Farben am unteren Rand und den immer dunkler werdenden Wolken oben, die schon bedrohlich wirken. Besonders sticht der Flammenkreis heraus, die kräftigen Gelb- und Rottöne heben sich stark vom Untergrund ab und fordern die Aufmerksamkeit des Betrachters.

„Die Bestimmung“ ist ein absolut fesselndes und mitreißendes Buch, das ich jedem ans Herz legen kann, der gern Dystopien liest.



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