Mittwoch, 22. Januar 2014

Rezension: Teri Terry - Gelöscht

 (c) Coppenrath-Verlag
 Gelöscht
 Autor: Teri Terry
 erschienen im Juni 2013
 Verlag: Coppenrath-Verlag
 ISBN: 978-3-649-61183-7



Amnesie – ein Themen mit dem man sich nicht beschäftigt, wenn es einen nicht betrifft. Doch was passiert, wenn man eines Tages nicht mehr weiß, wer man ist? Wo kommt man her? Wer war man vor dem Ereignis? Wird man sich jemals wieder erinnern können? Fragen über Fragen, die einen quälen und belasten, ohne dass man darauf eine Antwort finden wird. Kyla leidet an einer Art Amnesie, nur ist ihre nicht durch einen Unfall oder eine Krankheit verursacht, sondern durch die Regierung. Sie wurde geslated – ausgelöscht. Sie weiß nicht mehr, wer sie war, wo sie her kommt, ob die Behandlung gerechtfertigt war und wie es für sie nun weitergeht. Unter ständiger Beobachtung muss sie sich bemühen, sich anzupassen, nicht so viele Fragen zu stellen und möglichst wenig aufzufallen. Doch das ist alles leichter gesagt, als getan, denn Kyla ist anders, was ihr bald zum Verhängnis werden könnte.


Kyla ist die 16-jährige Protagonistin der Geschichte und erzählt aus der Ich-Perspektive. Dadurch bekommt der Leser einen sehr intensiven Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt, den ich als sehr angenehm empfunden habe. Kyla ist neugierig, stellt Fragen, die sie lieber manchmal für sich behalten sollte, kombiniert gut, erfasst viele Details und beobachtet auch die Menschen, die sie umgeben sehr genau. Ich habe sie im Verlauf des Buches ins Herz geschlossen und mit ihr mit gefiebert. Wird sie etwas über sich herausfinden? Wie hängt wohl alles zusammen? Wieso träumt sie so seltsame Dinge? Gibt es eine andere Zukunft für sie, als die, die ihr vorgegeben wird?  Spannende Fragen, die nicht alle im ersten Teil der Trilogie aufgedeckt werden.

Neben Kyla gibt es noch allerhand andere, interessante Charaktere, von denen man nicht alle wirklich durchschauen kann. Oft bleibt der Zweifel im Hinterkopf, wem Kyla wirklich trauen kann und wer möglicherweise doch ein falsches Spiel treibt.

Der Schreibstil von Teri Terry ist sehr angenehm. Das Buch liest sich flüssig und ohne Probleme. Die Handlung schreitet schnell voran, oft wird das Tempo noch einmal angezogen und die Ereignisse überschlagen sich.
 Durch die sehr bildhafte Erzählweise, kann sich der Leser die Personen und Umgebung sehr genau vorstellen. Kyla ist besonders zu Beginn der Geschichte von ihrer Wahrnehmung wie ein Kind, das nichts kennt und doch alles erkunden will. Sie beobachtet ganz intensiv und nimmt Dinge wahr, die uns vermutlich entgehen würden, da wir sie für selbstverständlich halten. So ist es möglich, sich in ihre Welt gut einzufühlen. Eine besondere Spannung wird durch die Erinnerungen erzeugt, die sich immer wieder in ihre Gedanken und Träume schleichen. Auch ihre innere Stimme, die ihr häufig Ratschläge gibt, scheint noch eine größere Bedeutung zu haben.

Die Vorstellung, geslated zu werden, ist wirklich furchtbar. Wenn man erwacht und alles weg ist. Man kann nichts, man weiß nichts und muss sich zwangsläufig vorübergehend in die Hände von völlig fremden Menschen begeben, die einem vorgaukeln, wie wichtig das alles war und vorschreiben, wie man zu leben hat. Da kann man gut nachvollziehen, dass Kyla von der Norm abweicht und versucht aus ihren Fesseln auszubrechen.

Eine spannende Dystopie, die mich total neugierig auf die Fortsetzung macht. Man möchte unbedingt wissen, wie es mit Kyla und den anderen weitergeht.



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