Mittwoch, 1. Januar 2014

Rezension: Rabenfeuer von Dana Graham

 Rabenfeuer - Die Flammen 
 der Göttin
 Autor: Dana Graham
 erschienen Oktober 2013
 Verlag: Carlsen (Impress)
 ISBN: 978-3-646-60006-3

(c) Carlsen-Verlag



Raven, gezeichnet durch zwei gelähmte Gliedmaßen, wächst in ärmlichen Verhältnissen auf, nicht ahnend, dass er adliger Abstammung ist und sein Vater ihn und seine Mutter einst verstieß. Er träumt davon, ein Krieger zu werden und Anerkennung zu erfahren. Als sich ihm scheinbar die Möglichkeit bietet, einen beruflichen Aufstieg zu erlangen, ist er bereit, große Opfer dafür zu bringen. Auf einer Mission trifft er die junge Kara, die ihn mit ihrer freundlichen, unvoreingenommen Art verzaubert. Doch seine Gefühle stellen ein Problem für die Erfüllung seines Auftrages dar. Wie weit wird er für seine Träume gehen; was ist Raven wirklich bereit zu opfern?

 Durch den dramatischen Einstieg, die Wut des Vaters über sein behindertes Kind, wird der Leser sofort in die Geschichte gestoßen und entwickelt Sympathien mit dem armen Jungen, dessen Aufwachsen man in der Folge mit einigen Zeitsprüngen verfolgen kann.

Die Geschichte ist durchweg spannend. Raven muss viele Schwierigkeiten überstehen und Abenteuer bewältigen. Dabei behält der Leser ihm gegenüber lange den Wissensvorsprung über seine Herkunft und man fragt sich, wann und wie Raven es erfahren wird und welche Veränderungen dies für seine Persönlichkeit nach sich ziehen wird. Denn Raven entwickelt sich im Verlauf des Buches sehr stark: Er ist geprägt durch seinen körperlichen Zustand und die durchweg negativen Reaktionen seines Umfeldes. Erst als er Kara und ihre Freunde kennenlernt, wird er das erste mal anerkannt, so wie er ist. Und doch dauert es, bis Raven erkennt, was dies wert ist und er begeht einige Fehler, die mich als Leser fast zur Verzweiflung getrieben haben.
Mit Kara als zweiter Protagonisten schafft Dana Graham zwei völlig gegensätzliche Charaktere, die doch gleichzeitig einige Gemeinsamkeiten haben. Insgesamt sind alle Charaktere sehr facettenreich und liebevoll ausgearbeitet, es gibt die bösen Schurken und die lieben Mädchen aber es gibt auch genügend Charaktere, die sehr verschiedene Wesenszüge zeigen, allen vorweg Raven, der nicht immer perfekt handelt.

Der Schreibstil ist sehr bildhaft und detailreich, sodass es einem als Leser problemlos gelingt, in die von Dana Graham entworfene Welt einzutauchen. Beschreibungen von Kleidung und Lebensumständen der Menschen lassen im Kopf ein mittelalterliches Szenario entstehen. Graham entwirft ein gut durchdachtes Gesellschaftssystem, in dessen Tücken Raven sich zurechtfinden muss.
Es gibt viele emotionale und dramatische Momente. Überraschende Ereignisse und unerwartete Wendungen machen es schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Darüber hinaus sorgt nicht zuletzt auch Ravens Rabe Gorik für so manches Schmunzeln.

 „Rabenfeuer. Die Flammen der Göttin“ ist eine packende Fantasygeschichte, die durch eine spannende Handlung und einen sehr anschaulichen Schreibstil zu überzeugen weiß. Glaubhaft ausgearbeitete Charaktere, deren Entwicklung der Leser im Verlauf des Buches verfolgen darf, lassen einen mitfühlen und mitfiebern.

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