Mittwoch, 1. Januar 2014

Rezension: Noir von Jenny-Mai Nuyen

Noir

Autor: Jenny-Mai Nuyen
erschienen Oktober 2012 HC, Mai 2014 TB
Verlag: rowohlt
ISBN: 978-3499258589
© rowohlt
anstrengende Lektüre

Als Fünfjähriger überlebt Nino einen Unfall, bei dem seine Eltern umkommen. Er selbst kann ab diesem Zeitpunkt den Tod anderer Menschen sehen, seinen eigenen eingeschlossen. Kurz vor seinem 24. Geburtstag – er weiß nur, wie alt er sein wird, nicht, wie und wann genau es passiert – versucht er intensiv, den Zeitpunkt herauszufinden und sein Schicksal zu ändern. Okulte Methoden wie Gläserrücken sollen ihm Antworten liefern, stattdessen ergeben sich für Nino aber immer mehr Fragen, vor allem als er die ungewöhnliche Noir trifft.

Selten hat mich ein Buch so verwirrt zurückgelassen. Ich hatte große Erwartungen, die leider nicht erfüllt wurden – der Klappentext klang so interessant und von Jenny-Mai Nuyen hört man im Fantasy-Bereich regelmäßig.
Die Lektüre war teilweise ermüdend, weil mir sämtliche Charaktere unsympathisch waren. Nino und seine Freunde sind eigentlich die ganze Zeit zugedröhnt, ohne dass dies in irgendeiner Form als negativ bewertet wird.
Die „Beziehung“ zwischen Nino und Noir war total anstrengend – Achtung Spoiler – weil es mich irgendwann furchtbar nervte, dass Nino immer wieder gezwungen ist, mit Noir zu Schlafen, selbst wenn diese halb bewusstlos ist, damit sie bei Kräften bleibt – ständig, immer wieder, zu völlig unpassenden Zeitpunkten, überall und vor allem völlig emotionslos. Liebe sollte es aber wohl sein.

Auch das Ende des Buches war unbefriedigend, weil es mir zu viele Rätsel aufgibt. Ich denke – hoffe – zwar, es verstanden zu haben, sicher bin ich mir aber nicht und so oder so bleiben viele Fragen offen.

Positiv ist der Erzählstil zu erwähnen. In die Geschichte eingebunden, sind immer wieder vom Schriftbild abgesetzte Abschnitte aus dem „Jetzt“, in denen Nino in der Ich-Perspektive erzählt. Am Anfang erscheint einem das meiste davon völlig unverständlich, aber nach und nach fügt es sich in die Geschichte.

Unsympathische Figuren, unkontrollierter Drogenkonsum, emotionsloses Verhalten. Ich habe mich mit dem Buch sehr schwer getan und das verwirrende Ende, das verschiedene Interpretationen zulässt, konnte den insgesamt eher negativen Eindruck nur noch weiter bestätigen.


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