Mittwoch, 1. Januar 2014

Rezension: Martin Krist - Drecksspiel

(c) Ullstein-Buchverlag
 Drecksspiel 
 Autor: Martin Krist
 erschienen Oktober 2013
 Verlag: Ullstein Buchverlag
 ISBN: 9783548285375



Hannah hatte sich den Wochenendausflug mit ihrem Mann und der kleinen Tochter sicher anders vorgestellt, als er verlaufen ist. Anstelle von idyllischen Spaziergängen, trauter Zweisamkeit und positiven Zukunftsplänen gab es grausame Folter, Todesangst und die Ungewissheit, wie das Ganze ausgehen wird. Ein Wettlauf gegen die Zeit, der viel komplexer ist, als es zunächst scheint.

Der Prolog ist ein sehr beeindruckender und blutiger Einstieg in das Buch. Der Leser bekommt sofort einen Eindruck davon, was einem im Buch erwarten wird.

Die Mischung der Charaktere ist gut gewählt. Die Personen haben verschiedene Nationalitäten, ganz unterschiedliche Berufe, einige haben Familie, andere haben nichts zu verlieren. Besonders interessant wird es, da nicht alle der Charaktere unter ihren richtigen Namen auftauchen, wodurch zusätzliche Rätsel auftauchen. Das Personenregister zu Beginn des Buches bietet da einen guten Überblick über die wichtigsten Charaktere und man kann immer mal zurückblättern, falls einem bei der Vielzahl der Personen doch mal eine Zuordnung verloren geht.

Der Schreibstil hat mich wieder überzeugt. Man kann der Geschichte gut folgen, taucht sehr tief ein und nimmt an den Ermittlungen teil.
Das Buch hat viele parallel laufende Handlungsstränge, die jeder für sich sehr schön ausgebaut und spannend gestaltet sind. Immer wieder passieren unerwartete Dinge und man fragt sich, was wohl als nächstes auf einen zukommen wird. Durch schnelle Szenenwechsel wird ein unglaubliches Tempo und eine große Dynamik in der Geschichte erzeugt.
Die vielen unterschiedlichen Handlungsstränge werden nach und nach miteinander verwoben. Zusammenhänge werden deutlich, Verbindungen zwischen den Personen und Orten ergeben sich und fügen so das zunächst vielschichtige Bild zu einem Ganzen zusammen.

Trotz der enormen Spannung und den teilweise sehr brutalen, blutigen Passagen rund um die Verbrecher, bleibt immer wieder Raum für ruhige, familiäre Momente, die umso deutlicher machen, wie verheerend die Schäden sind, die entstehen.

„Drecksspiel“ ist ein fantastischer Thriller, der nichts für schwache Nerven ist. Die Spannung treibt den Leser voran und reißt bis zum Ende des Buches nicht ab. Ein klasse Buch, das ich auf jeden Fall weiterempfehlen werde.



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