Mittwoch, 1. Januar 2014

Rezension: Marie Lu - Legend - Fallender Himmel


(c) Loewe-Verlag
 Legend - Fallender Himmel
 Autor: Marie Lu
 erschienen September 2012
 Verlag: Loewe
 ISBN: 978-3-7855-7394-5



In einer Stadt, die auf den ersten Blick nicht viel mit dem heutigen Amerika zu tun hat, aber vielleicht doch irgendwann Realität werden könnte, leben Day und June, in ganz unterschiedlichen Bereichen, mit ganz verschiedenen Mitteln und Zielen. Und doch verbindet sie so viel mehr, als sie zunächst ahnen. Eine sehr spannende und abenteuerliche Zeit beginnt, auf der auch der Leser überrascht wird.
Day ist der meistgesuchte Kriminelle der Republik. Wer dabei jetzt an Mord, Erpressung oder andere schlimme Gewalttaten denkt, liegt jedoch falsch. In seiner Akte finden sich hauptsächliche Anschuldigungen zu Diebstahl, Manipulation an Republikeigentum, Betrug und ähnliche Vergehen. Day ist sehr geschickt, schnell, wendig, hat ein super Gedächtnis und kann gut kombinieren und das alles, obwohl er durch den großen Test geflogen ist. Die Polizei hat es bisher nie geschafft, seine Spuren zu verfolgen und tappt völlig im Dunkeln zu seinem Aufenthaltsort.
June ist das Wunderkind der Republik. Sie hat als Einzige den großen Test mit der vollen Punktzahl abgeschlossen, wird gefördert und gefordert um bald eine große Karriere anzutreten. Ihr selbst ernanntes Ziel ist es, Day auf die Schliche zu kommen, unter anderem auch, da es sie fasziniert, wie er es so lange geschafft hat, immer wieder zu entkommen.
Die beiden Protagonisten waren mir während des Lesens sehr sympathisch. Sie durchlaufen beide eine Entwicklung, müssen lernen, dass nicht alles, woran sie bisher geglaubt haben wirklich wahr ist und sich auf neue Herausforderungen einlassen.

Der Schreibstil hat mir total gut gefallen, man kann der Geschichte super folgen, ist sofort mitten im Geschehen und man kann sich nur schwer aus dem Bann der Handlung wieder lösen. Besonders gut gefallen haben mir die Wechselnden Perspektiven. Ein Teil der Handlung ist aus der Sicht von Day geschrieben, ein anderer aus der Sicht von June. Dadurch bekommt man sehr intensive Einblicke in die Denkweise der beiden und man erlebt hautnah mit, wie ihre stabile Welt ins Wanken gerät, obwohl sie sich nach außen hin sehr tapfer zeigen.
Immer wieder gibt es actionreiche Szenen, die das Tempo im Buch sehr anziehen, überraschende Wendungen und auch wieder ruhigere, gefühlvolle Passagen, die insgesamt für viel Abwechslung sorgen.

Im Buch wird sehr deutlich, wie geteilt die Welt ist. Es gibt die Reichen, die bei dem großen Test gut abgeschnitten haben, denen eine gute Karriere sichergestellt wird, solange sie sich eben bedingungslos an die Regeln halten und der Obrigkeit treu ergeben sind. Und es gibt die Armenviertel, in denen sich die Leute grad so über Wasser halten können, geprägt von der Seuche und dem Mangel an gut bezahlten Jobs. Auch wenn dieses Szenario kein Spiegel der momentanen Situation ist, ist es doch nicht so unrealistisch, wie es zunächst scheint. Unterschiede gibt es schon in der heutigen Zeit sehr deutlich und sie werden irgendwann vielleicht noch größer werden. Neben der spannenden Geschichte wird man also auch noch sehr zum Nachdenken angeregt.

Mir hat „Legend-Fallender Himmel“ sehr gut gefallen und ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.





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