Samstag, 18. Januar 2014

Rezension: Eva Severini - Geräuschkiller



 Geräuschkiller: Mutige Liebe
 Autor: Eva Severini
 erschienen März 2013
 Verlag: CreateSpace
 Independent Publishing Platform
 ISBN: 9781482351828


Sehen, Hören, Riechen, Fühlen, Schmecken – die menschlichen Sinne, auf die wir nicht verzichten möchten. Sie ermöglichen es, uns zu orientieren, eine Meinung zu bilden, die Welt zu erkunden, Neues zu entdecken und uns an Bekanntes und vielleicht Vergessenes zu erinnern. Manche Menschen sind durch Unfälle oder von Geburt an in ihren Wahrnehmungen eingeschränkt, zum Beispiel durch Blindheit und Taubheit. Es stellt sie immer wieder vor schwierige Situationen, die dennoch gemeistert werden wollen. Doch was passiert, wenn plötzlich auf der gesamten Welt und für alle Menschen gleichzeitig die Geräusche beginnen zu verschwinden? Kein rauschendes Meer, kein Vogelgezwitscher, keine Musik. Eine gruselige Vorstellung, die in diesem Buch wahr wird.


Clara ist eine Geräuschakrobatin, ihr gelingt es, die Laute, die sie gehört hat naturgetreu nachzuahmen. Eine Gabe, die in der Zeit des Geräuschsterbens ein Segen ist, sich jedoch auch schnell zu einem Fluch entwickeln kann. Clara und ihrem Freund Pedro steht eine Zeit voller Geheimnissen, Abenteuer und auch Angst bevor.
Clara als Protagonistin hat mir gut gefallen. Sie ist zwar erst vierzehn Jahre alt, erlebt aber trotzdem allerhand und geht in den meisten Fällen ziemlich altersentsprechend mit den Situationen um. An einigen, wenigen Stellen konnte ich ihre Reaktion nicht ganz nachvollziehen, den Lesefluss gestört hat es jedoch nicht.
Clara beweist Mut, Einfühlungsvermögen und eine tolle Auffassungsgabe. Ihr Freund Pedro kann sich wirklich glücklich schätzen, sie an seiner Seite zu haben. Die beiden verstehen sich fast blind und hängen aneinander – klar dass unsere Geräuschkünstlerin sich da auf die Suche nach ihrem Verschwundenen Kameraden macht.
Neben den „guten“ Charakteren gab es auch die Bösewichte und Ekelpakete, die einfach mit dazu gehörten. Nicht jede Person in einem Buch kann und muss einem sympathisch sein. Und in dieser Geschichte haben die Unsympathischen für zusätzliche Spannung und einen schönen Kontrast zu den ehrlichen und aufgeschlossenen Personen gesorgt.

Der Schreibstil in „Geräuschkiller“ hat mir gut gefallen. Das Buch war angenehm und flüssig zu lesen. Zwischendurch gab es kleine Überraschungen und Wendungen, die die Neugier beim Lesen erhöht haben. Die tollen, detailreichen Beschreibungen haben es mir ermöglicht, mir die Schauplätze, Personen und die Handlung gut vorzustellen. Besonders eindrucksvoll waren die Passagen, in denen es um die einzelnen Geräusche ging, die Clara wahrnimmt oder an die sie sich erinnert. So waren die Laute für mich als Leser fast zum greifen nah.
Richtig schön war auch das Ende, das für mich noch mal eine besondere Botschaft transportiert. Man weiß oft erst zu schätzen, was man hatte, wenn es verloren gegangen ist. Oft sollten wir uns einfach viel mehr auf uns selbst, unsere Umgebung und die Menschen, mit denen wir zu tun haben, konzentrieren, damit uns nichts Wichtiges entgeht. Zuhören ist eine Kunst, die nicht jeder beherrscht, es kann aber nie schaden, sich darin zu üben.

Insgesamt hat mir die Geschichte gut gefallen. Zwischendurch hätte ich mir manchmal noch ein wenig mehr Informationen zu den einzelnen Personen gewünscht, um sie noch näher kennen zu lernen. Ansonsten aber wirklich ein tolles Buch, das einen zum Nachdenken bringt, wenn man sich auf die Handlung einlässt.


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