Mittwoch, 1. Januar 2014

Rezension: Daniel Westland - Schwarze Schwäne

(c) Script 5
 Schwarze Schwäne
 Autor: Daniel Westland
 erschienen März 2012
 Verlag: Script 5/Loewe
 ISBN: 978-3-8390-0140-0

Die 22-jährigen Studentin Jennifer arbeitet im Bereich der Risikoforschung und recherchiert dafür allerhand verschiedene Informationen für ihren Boss. Eigentlich weiß nur er um den genauen Zusammenhang und mögliche Auswirkungen, doch dann wird ein weltweit agierender Konzern, GlobalENJ, auf Jennifers Entdeckungen aufmerksam. Sie wird überwacht, bedroht und verfolgt, ohne zunächst selbst genau zu wissen, welche wichtigen Informationen sie entdeckt hat. Ein Kampf um Leben und Tod beginnt – denn Jennifer muss nicht nur ihren Gegnern entkommen, sondern auch gegen die Erbkrankheit ankämpfen, die bereits ihren Vater umgebracht hat.
Das Buch hat sich sehr flüssig gelesen. Der Erzählstil ist leicht verständlich und auch die medizinischen Begriffe sind ausreichend erklärt. Man benötigt kein medizinisches Grundwissen, um der Handlung zu folgen.

Es gibt immer wieder überraschende Wendungen im Buch, die erneut die Spannung entfachen. Manchmal überschlagen sich die Ereignisse förmlich und es ist dann interessant, zu verfolgen, wie sich das entstandene Chaos wieder sortiert.
Die Handlung wird aus der Perspektive einer dritten Person erzählt. Die Personen und Orte werden sehr detailliert beschrieben, sodass man als Leser einen genauen Eindruck vom Umfeld der Protagonisten erhält. Besonders lebendig und persönlich wird es durch die Vielzahl der Gespräche. Durch die vielen Szenenwechsel ist die Handlung sehr abwechslungsreich und man hat immer im Blick, was zur selben Zeit an zwei völlig unterschiedlichen Orten oder bei verschiedenen Personen passiert.
Die Geschwister Jonas und Jennifer waren mir sofort sehr sympathisch. Daniel Westland beschreibt die beiden in ihrer Verschiedenheit und mit ihren Macken sehr gut. Die beiden wirken sehr menschlich und man kann sich gut vorstellen, dass man die beiden beim Spaziergang durch Wuppertal mal auf der Straße treffen könnte. Besonders Jonas spricht immer frei heraus, was er denkt, wobei er manchmal etwas zu unüberlegt ist. Dadurch wird es für den Leser umso leichter, die Gedanken und Gefühle der Protagonisten nachzuempfinden. Wem geht es nicht auch mal so, dass man etwas sagt, ohne vorher nachzudenken?

Sehr spannend war auch herauszufinden, in welchem Zusammenhang der mysteriöse Titel des Buches zu dem Inhalt steht. Im Vorfeld hatte ich dazu keine besonderen Vorstellungen, sodass es umso spannender war, als sich der Titel beim Lesen aufklärte.

Die Thematik des Buches regt auch zum Nachdenken an. Das komplexe Gebiet der Risikoforschung umfasst unter anderem auch den Bereich der Genforschung. Welche Möglichkeiten bietet diese? Wo sind die Grenzen der Genforschung und welche Entwicklungen stehen uns vielleicht noch bevor?

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es ist durchweg spannend und immer sehr gut nachvollziehbar. Die Charaktere sind lebendig und detailliert beschrieben, sodass der Leser sich gut in ihre Eigenarten einfühlen kann. Besonders ansprechend waren für mich auch die medizinischen Verweise, die sich um Jennifers Krankheit drehten, da ich selbst in diesem Bereich arbeite.


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