Mittwoch, 22. Januar 2014

Rezension: Chris P. Rolls - Lions Roar



 Lions Roar: Gay Romance 3
 (Irgendwie)
 Autor: Chris P. Rolls
 erschienen Dezember 2013
 Verlag: CreateSpace
 Independent Publishing Platform
 ISBN: 9781494347796

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Alex ist Top - ein Jäger mit dem Blick für geeignete Beute. Auch beruflich macht ihm so schnell keiner was vor. Er ist erfolgreich, finanziell gut aufgestellt und durch die regelmäßigen Streifzüge durch die Hamburger Gay-Clubs auch mehr oder weniger sexuell ausgelastet. Während eines Abends im Gaytronic trifft er auf Markus – ebenfalls Top, ein absolutes Muskelpaket und von da an in Alex‘ Kopf Thema Nummer eins.


„Lions Roar“ ist „Irgendwie Top“ aus der Sicht von Alex, mit ein paar Erweiterungen und Ergänzungen. Nachdem ich „Irgendwie Top“ gelesen hatte, war ich total angetan von der Geschichte und doch blieb immer die Frage, wie Alex wirklich tickt, was er denkt, wie er im Inneren ist. Dieses Buch beantwortet mir nun all diese Fragen und ermöglicht es, tief in Alex Seele schauen zu können.

Alex hat eine sehr harte Schale, ausgebildet besonders auch nach seinen negativen Erfahrungen. Er gibt nach außen hin gern den Coolen und Kontrollierten, hat im Griff, was er beginnt und lässt sich nicht unterbuttern. Im Verlauf der Geschichte wird jedoch immer mehr deutlich, dass Alex auch ganz andere Seiten hat. Er ist viel sensibler, als ich es vermutet hätte. Seine Gedankengänge sind häufig sehr tiefgründig und gut nachvollziehbar dargestellt. Mit der Zeit taut Alex auf, in seinen unausgesprochenen Gedanken und auch gegenüber Markus.
Markus kannte ich aus „Irgendwie Top“ schon sehr gut. Er passt super zu Alex, sie ergänzen sich, fordern sich heraus, treiben sich an. Es wird wirklich nie langweilig mit den beiden. Schön fand ich auch, hier jetzt zu erfahren, was Alex wirklich alles über Markus denkt. Eben genau die Einblicke, die uns bisher gefehlt haben.
Auch Tim und Mark sind wieder mit dabei. Auch die beiden habe ich sehr in mein Herz geschlossen. Es ist einfach eine sehr vielseitige Story, in der jeder Charakter sein eigenes Leben hat und das auch ausleben darf. Dass die Paare dabei viel Zeit gemeinsam verbringen, bleibt natürlich nicht aus und ist auch sehr erwünscht.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Besonders zu Beginn war es so ganz anders als in „Irgendwie Top“, was noch mal eine deutliche Abgrenzung der Personen erzeugt hat. Während Markus von Anfang an sehr kompliziert und ausschweifend gedacht hat, hält sich Alex zunächst doch noch eher bedeckt und fasst sich kurz. Im Verlauf des Buches gibt Alex dann immer mehr von sich preis. Ich versteh ihn nun deutlich besser, kann seine Handlungen und Reaktionen besser nachvollziehen und auch seine oft unausgesprochenen Ängste. Alex ist geprägt durch seine Vergangenheit, auch das wird immer wieder deutlich und macht den Protagonisten sehr authentisch.
Auch wenn mir die Grundgeschichte natürlich bereits bekannt war, war das Buch in keiner Form langweilig. Es gab trotzdem so viel Neues zu entdecken, weil wir die Geschichte aus anderen Augen präsentiert bekommen. Alex ist anders, er denkt anders, er nimmt anders wahr und damit bekommt jede noch so bekannte Situation etwas Neuartiges und Besonderes. Toll war auch, dass es nach der bekannten Handlung mit den beiden noch weitergeht und wir ein Stück des weiterführenden Lebens gezeigt bekommen.
Die erotischen Erlebnisse von Markus und Alex sind toll beschrieben. Gut gefallen hat mir dabei auch, dass es so vielseitig ist. Die beiden Jäger entdecken ihre noch zu erlegende Beute immer wieder auf verschiedene Weisen. Mal hart, mal zart, mal forsch, mal ganz schüchtern und zaghaft. Die Männer sind immer wieder anders, lassen sich sehr von ihren Gefühlen und der Situation leiten. Neben ihren Stärken zeigen sie dem Leser auch ihre schwachen und verletzlichen Seiten, was sehr bewegend war. Immer wieder gab es jedoch auch Momente, in denen ich lachen konnte.
Ein Buch mit vielen Facetten und tollen Charakteren. Und man kann „Lions Roar“ auf jeden Fall auch lesen, ohne „Irgendwie Top“ zu kennen.



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