Mittwoch, 1. Januar 2014

Rezension: Der Puls von Jandur von Mara Lang


(c) Carlsen-Verlag
 Die Jandur-Saga, Band 1 
 Der Puls von Jandur 
 Autor: Mara Lang
 erschienen August 2013
 Verlag: Carlsen (Impress)
 ISBN: 978-3-646-60011-7




Der 15-jährige Matteo ist ein ganz normaler Junge – denkt er, bis er eines morgens zur Schule geht und niemand ihn sehen oder hören kann. Alles, was er bisher gekannt hat, wird auf den Kopf gestellt, als ihn ein grünhaariges Mädchen aufsucht, ihm sagt, er sei der Puls und ihn durch eine Weltenspirale in das ihm unbekannte Land Jandur mitnimmt, wo er in einem fremden Körper erwacht. Hier hat Matteo eine Prophezeiung zu erfüllen. Wird er der Aufgabe gewachsen sein?

„Der Puls von Jandur“ ist der Beginn einer neuen Fantasyreihe von Mara Lang. Die Geschichte ist von Beginn an spannend. Matteo erlebt in Jandur viele Abenteuer und schafft es, sich immer wieder in brenzlige Situationen zu bringen, sodass man als Leser mitfiebern kann, ob und wie er sich diesmal aus der Gefahr befreien wird.

Mara Lang entwirft ein fremdes Land mit besonderen Landschaftsformen und ganz eigenen, verschiedenartigen Bewohnern. Die bildhafte Sprache und die liebevoll-detaillierte Erzählweise ermöglichen es, in ihre Fantasywelt abzutauchen und sich alles genau vorzustellen.

Auch die Charaktere sind sehr facettenreich ausgearbeitet. Ist Matteo zu Beginn noch der egoistische, selbstüberzeugte, von den Klassenkameraden gehasste Einzelgänger, entwickelt er sich im Laufe der Geschichte zu einem mutigen, selbstlosen und doch immer wieder verzweifelten und ängstlichen Sympathieträger, mit dem man sich gern auf die Reise begibt, um seine weitere Entwicklung zu verfolgen.

Auch Lith ist ein ganz eigener Charakter, deren besonderer Reiz in ihrer Undurchschaubarkeit liegt. Sie verschweigt und verheimlicht, gibt ausweichende Antworten und handelt sehr wechselhaft, sodass es bis zuletzt schwer ist, sie einzuschätzen und ihre Motive zu verstehen.

Beide Figuren zusammen geben eine Menge Konfliktpotential und der ein oder andere Streit bringt den Leser zum Schmunzeln. Aber auch gefühlvolle Szenen gibt es.

Fies ist der Cliffhanger, mit dem das Buch endet, denn es bleiben doch einige Fragen ungeklärt und Matteos Schicksal bleibt weitestgehend offen.

„Der Puls von Jandur“ überzeugt durch vielfältige Ideen, neuartige Fantasywesen und eine ausdrucksstarke, bildliche Sprache, die den Leser in ihren Bann zieht. Die Spannung wird bis zum Schluss (und darüber hinaus) aufrechtgehalten. Eine gelungene Mischung aus Dramatik, Gefühl und blutiger Kriegskunst machen den „Puls“ zu einem tollen Lesevergnügen.

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