Mittwoch, 1. Januar 2014

Rezension: Drowning von Rachel Ward

Drowning
Tödliches Element

 Autor: Rachel Ward
erschienen November 2013
Verlag: Chicken House
ISBN: 978-3-551-52052-4

© Chicken House

Verschenktes Potential


Nach einem Badeunfall wacht Carl nass und dreckig und ohne Erinnerungen neben dem See auf. Neben ihm liegt sein Bruder Rob – tot. Carl weiß nicht, was passiert ist, nur nach und nach kehren die Erinnerungen auch dank Neishas Hilfe, die ebenfalls am See war, zurück. Was ist an dem Tag wirklich passiert und warum musste Rob sterben?

Die Grundidee des Buches ist total spannend und zu Beginn auch richtig gut umgesetzt. In kleinen Bröckchen lösen bestimmte Handlungen oder Ereignisse Erinnerungen bei Carl aus, die sich aus dem Zusammenhang gerissen nicht immer als wahr erweisen, so wie sie sich zunächst darstellen. Zusammen mit Carl kann der Leser so Stück für Stück die Vergangenheit der beiden Brüder kennenlernen und muss dabei das ein oder andere Mal einen Ablauf, der bereits erfasst schien, wieder neu zusammensetzen.

Ab der Mitte lässt das Buch dann leider rapide nach. Viel zu früh zeichnet sich die vermeintliche Auflösung der Ereignisse an. Die restlichen 200 Seiten wartet man gebannt auf eine Überraschung oder große Wendung, die aber ausbleibt und der Geschichte damit jegliche Spannung raubt und den Leser enttäuscht zurücklässt. Stattdessen bekommt er ein unschlüssiges, holpriges Ende, dass sich nicht wirklich mit dem großartigen Beginn verbinden lässt.

Der Schreibstil ist sehr angenehm, leicht und flüssig zu lesen. Da Carl aus der Ich-Perspektive berichtet, kann man seine durch den Gedächtnisverlust teils wirren Gedanken und Gefühle direkt miterleben. Die Sprache ist dem Jugendlichen angemessen und erzeugt ein stimmiges Bild zu seinem Leben und seiner Herkunft.

Insgesamt ist das Buch leider eine große Enttäuschung. Klappentext und Leseprobe waren sehr vielversprechend und zu Beginn scheint sich das positive Bild zu bestätigen, dann wird leider das Potential der Geschichte völlig verschenkt.
Inwiefern aus Drowning eine Reihe werden soll, ist mir noch völlig unklar. Nach dem ernüchternden Ende ist das Interesse an einer Fortsetzung, für die eigentlich auch gar nicht genügend Handlung offen ist, zumindest eher gering.

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